Tierarzt-Ordinationen von Schließung nicht betroffen. Am Montag schließen Schulen und Geschäfte, Restaurants haben nur eingeschränkt geöffnet. Tierärztliche Einrichtungen werden jedoch nicht eingeschränkt.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 14. März 2020 (18:59)
Die Tierarztordinationen sind nicht von den Schließungen betroffen.
Nestor Rizhniak, Shutterstock.com

„Tierärztliche Einrichtungen, wie Ordinationen und Tierspitäler, werden in ihren Tätigkeiten und Öffnungszeiten nicht eingeschränkt“, betont Heinz Heistinger, Präsident der Landesstelle Niederösterreich Österreichische Tierärztekammer. Sie sind von den Schließungen und Einschränkungen nicht betroffen. Die Tierärzte sind bemüht, die Akutversorgung sicherzustellen

Da aber auch hier natürlich eine Ansteckung möglich wäre, seien laut Tierärztekammer direkte Sozialkontakte tunlichst zu vermeiden beziehungsweise auf die wirklich notwendigsten einzuschränken. Daher rät Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer: „Vor einem Besuch in einer diensthabenden Ordination oder Klinik empfehlen wir diese im Vorhinein telefonisch zu kontaktieren, so können entsprechende adäquate Maßnahmen getroffen werden.“

Haustiere erkranken nicht und sind nicht Überträger

Tierbesitzer machen sich jedoch nicht nur Gedanken darüber, ob ihre Lieblinge im Bedarfsfall ärztlich versorgt werden können, sondern haben auch Sorge, ob sie sie anstecken könnten. „Die derzeitige Verbreitung von COVID-19 ist ein Ergebnis der Übertragung von Mensch zu Mensch. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere die Krankheit verbreiten können“, informiert Welttiergesundheitsorganisation. Und: Es gibt keine Berichte darüber, dass Begleiter oder andere Tiere an COVID-19 erkrankt sind.

Der Hund in Hongkong, der nach engem Kontakt mit seiner betroffenen Besitzerin positiv getestet wurde, zeigte keine Anzeichen der Erkrankung und gilt als Einzelfall.

Hygienemaßnahmen einhalten

Wie man sich verhalten sollte? Grundlegende Hygienemaßnahmen einhalten, lautet die Devise der Welttiergesundheitsorganisation generell im Umgang mit Tieren. Also, Hände waschen, auch im Umgang mit Futter und Vorräten, und küssen, lecken oder das Teilen von Lebensmittel vermeiden.

Tierhaltern, die am Coronavirus erkrankt sind oder die sich womöglich mit dem Coronavirus infiziert haben, rät die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit zum Schutz des Tieres den Kontakt so gering wie möglich zu halten bzw. vor und nach dem Kontakt gründlich die Hände mit Seife waschen.

Personen in Heimquarantäne dürfen dem Gesundheitsministerium zufolge den Ort der Quarantäne nicht verlassen. Das heißt: Es dürfen weder soziale Kontakte wahrgenommen noch mit dem Hund auf die Straße, Parks etc. hinausgegangen werden. Einzige Ausnahme wäre: Hat die in Heimquarantäne befindliche Person ein eigenes Haus, dann darf sich die Person auf ihrem Grundstück bewegen. Soziale Kontakte dürfen aber auch in diesem Fall nicht wahrgenommen werden.   

Wer könnte den Hund sitten?

Ministerium und Tierschutzverein empfehlen sich zur Sicherheit bereits im Vorfeld eine geeignete Betreuungsstelle oder Person zu suchen, die im Ernstfall die Betreuung des Tieres übernehmen könnte.

Damit Hunde und Katzen nicht ins Tierheim müssen, wenn Herrchen oder Frauchen erkranken, macht es Sinn, sich zu überlegen, wer sich im Bedarfsfall um das Haustier kümmern könnte.
ÖTV

Damit Tiere nicht ins Tierheim gebracht werden müssen – viele Besitzer sind Singles – hat der Österreichische Tierschutzverein eine Facebookgruppe gründet. Jeder, der in den kommenden Tagen und Wochen keine ausreichende Versorgung seines Haustieres gewährleisten kann, weil er erkrankt ist, unter Quarantäne steht, ins Krankenhaus muss oder zur Risikogruppe gehört, könne sich in der Gruppe „Notfall Tierbetreuung Österreich“ melden.

„Wir bitten Tierfreunde gleichermaßen wie Tiersitter und Tierpensionen, sich in der Gruppe einzutragen und ihre Hilfe anzubieten. Sei es durch die temporäre Aufnahme eines Tieres oder vielleicht auch nur um einen Sack Futter vor einer Tür abzustellen“, appelliert der Österreichische Tierschutzverein. „Falls uns die Pandemie stärker trifft als erhofft, soll sich niemand um sein Haustier sorgen müssen, kein Tier darf schlecht oder unversorgt zurückbleiben“, so Judith Unterdörfler