Igelbaby in letzter Minute gerettet. Hungrig und unterkühlt – in diesem Zustand fand eine Spaziergängerin einen kleinen Igel in Wien auf der Straße. Sie brachte ihn in die von Vier Pfoten geführte Eulen- und Greifvogelstation (EGS) in Haringsee (Bezirk Gänserndorf). Das Igelbaby wog nur 110g – nur wenig später wäre es auch schon zu spät für eine Rettung gewesen.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 26. September 2017 (09:17)
VIER PFOTEN

„Vermutlich hatte der kleine Igel bei einem Ausflug seine Mutter verloren“, sagt Vier-Pfoten-Expertin Brigitte Kopetzky. „Er hätte sicher keine Chance gehabt, alleine über den nächsten Winter zu kommen. Sobald Igelkinder verwaist sind, brauchen sie unsere Hilfe.“ Igel sind übrigens streng geschützte Wildtiere.

Derzeit hat die EGS 23 kleine Igel aufgenommen. Fast alle sind noch sehr klein und wiegen nicht viel mehr als 100 Gramm. Sie werden jetzt von den Tierpflegern aufgepäppelt und kommen dann zum Winterschlaf in Volieren. Wie in der EGS üblich, werden sie danach in die Freiheit entlassen.

Wichtig ist, gerade jetzt im Herbst, zu wissen, dass kleine Igel wirklich nur dann Hilfe brauchen, wenn die Mutter tatsächlich nicht mehr zur Verfügung steht. Kopetzky: „Das ist allerdings der Ausnahmefall. Wenn Sie also einen kleinen Igel, der offensichtlich alleine ist, sehen, beobachten Sie ihn bitte aus sicherer Entfernung über einen längeren Zeitraum. Erst wenn Sie wirklich sicher sind, dass es ein verwaistes Tier ist, rufen Sie Hilfe.“

VIER PFOTEN

Ab einem Alter von ca. 3-4 Wochen und einem Gewicht von ca. 200g verlassen Jungigel zeitweise alleine ihr Nest. Sie finden ohne Probleme wieder zurück und müssen unbedingt in Ruhe gelassen werden.

Hilfe ist allerdings auch notwendig, wenn erwachsene Igel apathisch sind, sich torkelnd und unsicher bewegen, bei Annäherung nicht flüchten, sich nicht einrollen oder eine sichtbare Wunde, Verbrennung oder sonstige Verletzung haben.

In vielen Gärten hausen derzeit ganze Igelfamilien mit noch sehr kleinen Jungen. Die Mutter wärmt die Jungen in den kalten Nächten in ihrem Nest. Die Kleinen haben noch Zeit, sich einen Winterspeck anzufressen. „Man kann man ihnen durch Zufüttern helfen“, sagt Kopetzky.

Tipps dazu und generell zu Igeln finden Interessierte auf http://www.eulen-greifvogelstation.at/erste-hilfe-fuer-wildtiere/erstversorgung-igel/