Ab wann sollten Vögel im Winter gefüttert werden?. Die Antwort liefern Janette Siebert & Richard Zink, Österreichische Vogelwarte /Außenstelle Seebarn, Vetmeduni Vienna.

Erstellt am 26. November 2019 (13:41)
Schwanzmeise
Flickr.com/Mrs Airwolfhound

Schneereiche Winter waren einst der Grund für die Wintervogelfütterung. Heute ist in vielen Regionen Niederösterreichs eine für längere Zeit geschlossene Schneedecke selten geworden, der Begeisterung für die Vogelfütterung hat dies kaum Abbruch getan. Kohlmeise, Buchfink und Co auf der Suche nach energiereichem Futter zu beobachten, ist nicht nur für Vogelfreunde ein besonderes Erlebnis.

Wer die heimische Gartenvogelwelt über den Winter mit Futter versorgen möchte, der beginnt am besten bereits im Spätherbst damit. Dadurch erhalten die Vögel genug Zeit, um sich an das zusätzliche Nahrungsangebot zu gewöhnen. Das Zusatzfutter sollte den Vögeln durchgehend über den Winter zur Verfügung stehen, da diese sich besonders bei Kälteeinbrüchen auf die zusätzliche Nahrungsquelle verlassen. Auch Zugvögel, die bei ihrer Rückkehr von neuerlichem Frost überrascht werden, wissen die Futterstellen zu schätzen.

Die Fütterung der Vögel im Winter ist aus umweltpädagogischer Sicht wertvoll. Es gibt kaum einen besseren Weg, um Vögel im eigenen Garten oder auf dem Balkon beobachten zu können. Der Wert der Wintervogelfütterung für den Artenschutz sollte aber nicht zu hoch bemessen werden. Auch wenn die Futterstellen im Winter vielerorts sehr gut besucht sind, so profitieren nur wenige Vogelarten vom zusätzlichen Nahrungsangebot.

Dazu gehören u.a. Meisen, Kleiber und Buntspecht. Diese Arten weisen stabile Populationsbestände auf. Das vorrangige Ziel zum Schutz einer artenreichen Vogelwelt ist daher der Erhalt und die Schaffung intakter naturnaher Lebensräume. Dazu zählen nicht nur die Pflanzung einheimischer Gehölze, wie Weißdorn oder Himbeere im eigenen Garten, auch ein über den Winter bestehender Laubhaufen beherbergt den einen oder anderen „Snack“ für Vögel.

Lebensräume mit extensiver Landwirtschaft ohne Pestizideinsatz und unbewirtschaftete Ackerstreifen bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot, von dem eine Vielzahl an Vogelarten profitiert.