Die EGS Haringsee wird wieder zum Kindergarten. Der Frühling ist die Zeit der Jungtiere. Auch das Team der von Vier Pfoten geführten EGS Haringsee betreut derzeit vor allem sehr viele gerettete Jungvögel. Damit gleicht die EGS wie jedes Jahr im Mai und im Juni einem Kindergarten. Die kleinen Vögel werden, wo immer möglich, von Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und letztendlich wieder in die Natur entlassen.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 06. Mai 2020 (17:01)

Ein besonders herziger Zugang ist ein kleiner Uhu-Nestling aus Großhöflein. Der Arme war vermutlich von seinen wesentlich größeren Geschwistern aus dem Nest gedrängt worden. „Schon bei der Bergung war er sehr hungrig“, erzählt Vier Pfoten Expertin Brigitte Kopetzky. „Ein Naturschutzorgan der Burgenländischen Landesregierung hat uns informiert und den kleinen Uhu zu uns gebracht. Nachdem er ordentlich aufgepäppelt wurde, haben wir ihn auch schon zu seinen neuen Eltern gebracht.“

Auch eine kleine Waldohreule hat in der EGS eine neue Familie gefunden. Sie war auf einer Wiese in Sierndorf gefunden worden. Das Nest war zu hoch, um sie wieder zurückzusetzen. „Jetzt hat sie nicht nur optimale Betreuung durch das EGS-Team, sondern lernt auch alles Lebensnotwendige von ihren Ammeneltern und -geschwisterchen“, erklärt Kopertzky.

Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Ammen-Elternpaare fast aller heimischer Eulen- und Greifvogelarten für die Aufzucht von Jungtieren zur Verfügung stehen. So wird eine Fehlprägung der Tiere auf den Menschen durch Handaufzucht verhindert. Diese ist für die Tiere sehr schädlich und nach der 2. Tierhaltungsverordnung des österreichischen Tierschutzgesetzes auch verboten. Ziel ist es, die großgezogenen Tiere wieder in die Freizeit zu entlassen.

Wann immer Wildvögel aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen nicht mehr in Freiheit entlassen werden können, verbringen sie als Ammeneltern für verletzte oder verwaiste Jungvögel ein artgemäßes Leben in der Vier Pfoten-Station in Haringsee.