Igel: Stachelige Gartenlieblinge. Der Igel ist ein gern gesehener Gast im Garten. Das nachtaktive Tier legt oft drei Kilometer in einer Nacht von Garten zu Garten zurück.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 03. November 2020 (04:57)
Ein idealer Igelgarten hat eine blütenreiche Hecke mit vielen Insekten und Laub- oder Holzhaufen als Schlaf- und Nistplatz.
Shutterstock.com/Coatesy

Ein guter Gärtner weiß einen Igel in seinem Garten sehr zu schätzen. Der stachelige Schädlingsbekämpfer frisst vor dem Winterschlaf eine Menge an Schnecken und Larven und hilft so dem gepflanzten Grün, ungestört zu wachsen.

Ein Garten, in dem sich der Igel zuhause fühlt

Während der Futtersuche bewegt er sich langsam vorwärts und stöbert mit seiner hochsensiblen Nase in Gras, Laub und Erde nach Insekten und Würmern. Der Igel hält sich bei der Futtersuche gerne auf kurz geschnittenen Wiesen auf, da er dieses leicht durchstreifen kann und ihm kurzes Gras ein sehr großes Nahrungsangebot bietet. Auch das „Innenleben“ von abgeschnittenen Baumstämmen und liegengebliebenem Totholz bereichert den Speiseplan des Schädlingsbekämpfers.

Igelbabys kommen blind zur Welt und werden von der Mutter versorgt. Nach etwa zwei Monaten verlassen sie das gut gepolsterte Nest.
Lisa Rötzer

Bei größerer Trockenheit braucht der stachelige Zeitgenosse auch eine Gartenecke mit hohem Gras oder Hecken und Sträucher als Futterplatz. Viele Nahrungstiere des Igels ziehen sich bei Trockenheit an solche Standorte zurück. Artenreiche Naturwiesen, Flussufer und Krautränder entlang von Hecken bieten Nützlingen wie Laufkäfern, Schlupfwespen und auch Bienen einen idealen Lebensraum und dem „Hedgehog“ (Heckenschwein), wie Engländer den Igel nennen, dadurch ein reiches Fressangebot.

Nützlinge im Garten ersparen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Um ein vielfältiges Bodenleben zu ermöglichen, sollten Dünge- und Pflanzenschutzmittel prinzipiell nur sehr sparsam eingesetzt werden.

Der Igel braucht ein großes Revier

Eine naturnahe Grünlandschaft mit vielfältiger Bepflanzung und blühenden Blumenwiesen bereichert nicht nur die Tierwelt, sondern auch uns Menschen. Als standorttreuer Geselle wandert der Igel nachts von Garten zu Garten. Um sich mit ausreichend Nahrung zu versorgen, braucht er ein großes Revier. Dabei legt er schon mal Strecken von bis zu drei Kilometern zurück. Igelreviere können bis zu 100 Hektar umfassen.

Der freie Zugang von einem Garten zum nächsten ist für sein Überleben von immenser Bedeutung. Durchgehende Mauersockel oder zu enge Zaunlatten machen dem stacheligen Säugetier das Leben schwer. Es ist also notwendig, geeignete Durchlässe bei Zäunen zu schaffen. Ein Loch von circa 13 mal 13 Zentimetern genügt. Dann ist der Durchgang groß genug für den Igel, aber zu klein für Hunde oder Füchse.

Hervorstehende Drahtenden oder spitze Kanten könnten die Nützlinge verletzen. Drahtgeflechte sind daher eher hinderlich. Zäune mit einem breiten Lattenabstand oder Gartentüren, die in einer entsprechenden Höhe platziert werden, lassen dem stacheligen Freund hingegen genug Bewegungsfreiraum.

Wo vermehren sich diese Nützlinge gerne?

Igelfreundliche Hecken bilden zum Beispiel: Roter Hartriegel, Holzapfel, Wildrose, Eberesche, Pfaffenhütchen, Liguster, Haselnuss, Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Flieder oder die Strauchmispel. In diesen geschützten ungestörten Bereichen bekommen Igel zwei bis sieben Junge pro Wurf.

Igelbabys kommen blind zur Welt und werden von ihrer Mutter versorgt. Nach ungefähr zwei Monaten verlassen die jungen Igel das Familiennest, um selbstständig nach Nahrung zu suchen. Oft werden die Igelkinder Opfer von elektrischen Rasenrobotern. Wer einen Rasenroboter besitzt, sollte diesen nur tagsüber in Betrieb nehmen, um die nachtaktiven Igel zu schützen. Auch vor dem Mähen tagsüber hilft ein Kontrollgang durch den Garten, um Igel oder andere Tiere nicht zu verletzen.

Das Igelhaus wird an einer ruhigen Stelle unter einer Hecke aufgestellt und mit Laub und Stroh gut ausgepolstert.
Shutterstock.com/I. Rottlaender

Laut Empfehlungen von „Natur im Garten“ sollen Gartenbesitzer generell keine Nahrung bereitstellen, wenn ein Igel in der Natur überwintert. Denn Igel erwachen üblicherweise, wenn schon Insekten aktiv sind. Eine Schale voll Wasser hingegen erfreut den Igel und auch andere Nützlinge.

„Im Winterschlaf sind die Körperfunktionen des Igels stark herabgesenkt. Aufwachphasen kosten das Tier deshalb viel Kraft. Damit er gut über den Winter kommt, sollte er unbedingt ungestört bleiben“, so Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.

Artikel aus dem Journal "Bauen, Wohnen, Energiesparen" .