Zwischen buntem Flattern am Schmetterlingsweg. Niederösterreich hat eine herausragende Schmetterlingsfauna. Am Schmetterlingsweg am Bisamberg kann der bunte Artenreichtum nicht nur bestaunt, sondern auch erwandert werden.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 30. April 2019 (04:56)
GLOBAL 2000/Martin Wildenberg
Sie machendie Welt bunter:der Kleine Kohlweißling (oben), der Kleine Fuchs (ganz links) oder Ameisen (links).Wildenberg

Kräftige, bunte Farben mit verschiedensten Mustern von ganz klein bis etwas größer: Sie sind nicht nur die schönsten Sympathieträger unter den Insekten, sie nehmen auch eine wichtige Rolle im Ökosystem ein: die Schmetterlinge. Aus diesem Grund wurde ihnen auf dem Bisamberg gleich ein ganzer Weg gewidmet.

Gemeinsam mit der Gemeinde Langenzersdorf hat GLOBAL 2000 hier vergangenes Jahr einen Schmetterlingsweg angelegt. Vom Startpunkt des Weges, im sogenannten Venusgarten, wo eine alte Streuobstwiese revitalisiert wurde, bis zum Gipfel trifft man Schritt auf Tritt auf Wegbegleiter wie den orangenen C-Falter mit weißer Zeichnung, den weißen Kleinen Kohlweißling oder auch den Gelben Zitronenfalter.

GLOBAL 2000/Martin Wildenberg
der Kleine Fuchs

Oben angekommen wartet oft ein besonderes, flatterhaft-buntes Schauspiel, denn der Gipfel ist ein typischer Platz für hilltopping. Schmetterlinge wie der Schwalbenschwanz oder der Segelfalter treffen sich hier, um den idealen Geschlechtspartner zu finden.

Ein bis eineinhalb Stunden – je nachdem, wie intensiv man sich auf die Suche nach den Schmetterlingen begibt, dauert der Spaziergang am Bisamberg. Über 700 nachgewiesene Großschmetterlingsarten könnte man hier vor Augen bekommen. Theoretisch. In der Praxis sind – je nach Jahreszeit und Wetter – bis zu zwanzig verschiedene Arten relativ leicht zu entdecken.

Aufmerksam durch die heimische Natur wandern

„Möglich ist weit mehr“, verspricht Martin Wildenberg, Biodiversitätsexperte von GLOBAL 2000. Wenn man mit offenen Augen durch die Natur wandert. Denn darum geht es beim Schmetterlingsweg vor allem: „Den Blick für die Vielfalt und das Staunen über unzählige Farben und Formen unserer heimischen Tierwelt zu öffnen“, sagt Wildenberg und verspricht weiter: „Sobald man anfängt, auf Schmetterlinge zu achten, sieht man immer mehr.“ Wie diese aussehen, was diese (nicht) mögen, was sie brauchen und was sie wollen, erzählen interaktive Schau-Tafeln entlang des Weges.

Zum Beispiel, dass sie mit mindestens 170.000 verschiedenen Arten weltweit, nach den Käfern, zu den zweitartenreichsten Insektengruppen gehören. Über 4.000 sind auch in Österreich anzutreffen – rund 3.500 davon in Niederösterreich, das dank seiner Vielfalt hinsichtlich Naturraum und Klima eine herausragende Schmetterlingsfauna aufweist.

Wenig bunt: eine Zukunft ohne Schmetterling

Trotz ihrer Robustheit haben die Schmetterlinge kein einfaches Leben: Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume und die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft haben sich die Bestände Europas seit 1990 um die Hälfte reduziert. Einige Arten, wie der Bernstein-Apollofalter, sind bereits ausgestorben.

Auch verbreiterte Arten, wie der Kleine Fuchs oder der Kohlweißling, werden seltener. Bedauerlicherweise, denn eines weiß man nach dem Besuch des Schmetterlingsweges auf jeden Fall: Eine Zukunft ohne Schmetterlinge wäre eine weniger bunte.