Mit Haustieren ruhig und angstfrei ins neue Jahr . "Ihr habt Spaß, wir haben Angst.“ So würden wohl die Worte lauten, wenn unsere vierbeinigen Freunde mit uns sprechen könnten. Der Jahreswechsel steht vor der Tür: für uns ein freudiges Ereignis, für viele Tiere eine Schreckensnacht.

Von Sabrina Bauer. Update am 18. Dezember 2019 (15:30)
Die Silvesternacht ist für viele Tiere ein Ausnahmezustand.
 
Jobert Jamis Aquino/pixabay.com

Die laute und bunte Silvesternacht naht. Dies ist der Zeitpunkt, sich als Tierhalter wieder Gedanken zu machen, wie man seinen Haustieren einen angstfreien Jahreswechsel ermöglichen können. Davor Stojanovic, der das Tierheim in St. Pölten seit 10 Jahren mit Herz und Seele leitet und seit 30 Jahren als Tierarzt tätig ist, gibt dazu wertvolle Tipps.

Prävention: Hörspiel für Hunde

Davor Stojanovic empfiehlt, das Problem bei der Wurzel zu bekämpfen. Dies sei laut Stojanovic ratsamer, anstatt zu medizinischen Angstnehmern zu greifen. Mit medizinischen Mitteln würde nur das Symptom bekämpft werden, nicht aber die Ursache. „Das ist nicht Sinn der Sache. Im Prinzip sollte man mit dem eigenen Hund üben.“

Dazu eignen sich laut Stojanovic diverse Töne, die dem Hund Angst machen und dem Tier vorgespielt werden. Es sei dazu wichtig, seinen Vierbeiner stufenweise daran zu gewöhnen und mit einer leisen Sequenz zu beginnen, deren Lautstärke nach und nach gesteigert wird. Auf diese Weise lernt der Hund, mit angsteinflößenden Geräuschen wie Donner oder Feuerwerken umzugehen. In der Folge nimmt er diese nicht mehr als Gefahr wahr.

Bewahren Sie Ruhe!

Für Tiere herrscht zu Silvester Ausnahmezustand. Die Sinne von Tieren sind so ausgeprägt, dass sie vielfältiger und empfindlicher reagieren als der Mensch, weiß Tierheimleiter und Tierarzt Davor Stojanovic. Tiere nehmen das für uns farbenfrohe Neujahrsfeuerwerk zehnmal stärker wahr als der Mensch und spüren die Unruhe, die in der Luft liegt. Umso wichtiger ist es, dass man sich als Tierhalter ruhig verhält und Tieren nicht das Gefühl vermittelt, es komme etwas auf sie zu.

Tiere haben Ausgehverbot

Die Feuerwerke zu Silvester beginnen bereits früh und somit sollten dann auch Spaziergänge mit Hunden erledigt und Freigängerkatzen im Haus sein. Davor Stojanovic legt für den Tag des Jahreswechsels daher nahe, Gassirunden mit dem Hund bis 16 Uhr zu unternehmen, da es zu dem Zeitpunkt noch hell ist. Außerdem können sich die Tiere bei einem Spaziergang bei Tageslicht schon an den Lärm der Feuerwerke gewöhnen.

So kann vermieden werden, dass sich die Tiere erschrecken. Auch bei Katzen ist es ratsam, sie im Haus zu lassen. Der Leiter des Tierheims St. Pölten verweist darauf, dass es sein kann, dass sich eine Freigängerkatze draußen befindet. Durch den Knall kann sich das Tier erschrecken, in Panik geraten oder sich schwer verletzen, wenn die Rakete neben ihm explodiert.

Bieten Sie Rückzugsmöglichkeiten

Seinem Tier im Haus verschiedene Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, ist unerlässlich, um ihm den Jahreswechsel zu erleichtern. Dunkle Räume mit geschlossenen oder wenig Fenstern eignen sich dazu am besten. Sie können Ihrem Tier auch Höhlen bauen, indem Sie eine Decke über einen Sessel ziehen.

Bei panischen Tieren hat es sich laut Stojanovic als gut erwiesen, dem Tier einen Platz im Badezimmer oder in einem anderen Raum mit wenig Fenstern einzurichten. Die Beschäftigung mit einem Kaumaterial wie einem Knochen, lenkt ihren Vierbeiner vom Trubel und der Aufregung ab. Eine weitere Möglichkeit, ihr Tier abzulenken, ist, Radio und Fernseher laut aufzudrehen.