Wasservergiftung beim Hund: Unterschätzte Gefahr. Der Österreichische Tierschutzverein warnt Hundbesitzer davor, dass zu viel verschlucktes Wasser beim Hund zu einer hypotonen Hyperhydration - einer Wasservergiftung - führen kann. Im schlimmsten Fall endet das tödlich.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. Juli 2020 (13:11)
Viele Hunde liebe das Spielen im Wasser.
Österreichischer Tierschutzverein

Heiße Tage am und im Wasser zu verbringen ist auch für Hunde ein Erlebnis. Ausgelassen toben, schwimmen und stundenlang im Wasser herumtollen. Doch das Badevergnügen kann für Hunde auch zum Badealptraum werden.

Der Grund: Nimmt ein Hund in relativ kurzer Zeit eine große Menge Wasser auf, wie das oft beim Spielen im und am Wasser der Fall ist, kann das zu einer hypotonen Hyperhydration = Wasservergiftung führen. 

Elektrolythaushalt gerät außer Kontrolle

Dabei gerät der Elektrolythaushalt außer Kontrolle und der Körper stellt auf „Notprogramm“ um. Fehlendes Natrium kann zu Nierenversagen führen. Die großen Mengen an aufgenommenem Wasser werden nicht mehr über den Urin ausgeschieden, sondern lagern in den Zellen ein. Besonders im Gehirn können angeschwollene Zellen zu einem Überdruck und neurologischen Störungen führen.

Symptome erkennen und richtig handeln

Anfängliche Symptome wie starkes Speicheln und starkes Hecheln, Blähbauch, erweiterte Pupillen und sichtliche Erschöpfung können auf eine Wasservergiftung hindeuten. Spätesten bei Krämpfen, Koordinationsstörungen, Erbrechen, hellen Schleimhäuten oder Bewusstlosigkeit des Hundes, ist schnelles Handeln gefragt.

Kurze Spaziergänge zwischen dem Gang ins Wasser können Hunde vor einer Wasservergiftung schützen.
Österreichischer Tierschutzverein


Zeigt der Hund Symptome, muss er von jeder Flüssigkeitsaufnahme ferngehalten werden. Instinktiv versuchen wasservergiftete Hunde noch mehr Flüssigkeit aufzunehmen, um den Natriumhaushalt aufrecht zu erhalten, macht der Österreichische Tierschutzverein aufmerksam. Ist der Hund noch zur Nahrungsaufnahme in der Lage, kann man ihm salzhaltige Nahrung wie etwa Cracker, Salzstangen etc. verabreichen.

Wasservergiftung kann tödlich enden

In jedem Fall sollte sofort ein Tierarzt kontaktiert werden! Unbehandelt, kann eine Wasservergiftung für den Hund tödlich enden, warnen die Tierretter des Österreichischen Tierschutzvereines.

Kurze Spaziergänge zwischen den Badegängen

Achtsamkeit des Menschen kann den Hund vor der Gefahr einer Wasservergiftung schützen. Wer zwischen dem Badespaß ein paar kurze Spaziergänge und Pausen im Schatten einlegt, auf übermäßige Apportierspiele mit dem Hund verzichtet und seinen geliebten Vierbeiner niemals unbeaufsichtigt lässt, kann sich auf zahlreiche weitere unbeschwerte Badeausflüge mit seinem Hund freuen.

Hundebesitzer sollten darauf achten, dass die Tiere nicht zu viel Wasser aufnehmen.
Österreichischer Tierschutzverein