Wenn das putzige Weihnachtsgeschenk zum Problem wird. Immer wieder schaffen es Tiere auf die Weihnachtswunschzettel. Nicht immer wird der Wunsch erfüllt, aber oft genug landen Tiere als Geschenk unter dem Christbaum...

Von Janina Schmid. Erstellt am 09. Dezember 2019 (19:44)
Hasen und Kaninchen gehören, neben Hunden und Katzen, zu den beliebtesten lebenden Weihnachtsgeschenken.
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Ein Tier als Geschenk zum "Fest der Liebe" kann problematisch werden, wenn die Familie sich nicht genug Gedanken über die Anschaffung gemacht hat und das Tier nach ein paar Wochen nicht mehr willkommen ist.  

Tiere als Weihnachtsgeschenk: eine gute Idee?

Seit etwa 10 Jahren macht der Tierschutzverein St. Pölten Kampagnen gegen den unüberlegten Kauf von Tieren zu Weihnachten. Laut Davor Stojanovic, dem Leiter des Tierschutzvereins St. Pölten, zeigen die Kampagnen auch Wirkung, aber trotzdem sei die Problematik immer noch präsent.

Grundsätzlich befürwortet Stojanovic die Anschaffung von Tieren zu Weihnachten, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: „Es ist wichtig, sich davor genau zu überlegen, welche Verantwortungen und Pflichten ein Tier mit sich bringt.“

„Alles was lebend ist, gehört nicht als Überraschung unter den Christbaum, das kann man mit einem Buch machen, aber nicht mit Lebewesen.“ Davor Stojanovic, Tierschutzverein St. Pölten

Insbesondere nach den Weihnachtsfeiertagen rund um die Heiligen Drei Könige werden oft Tiere ausgesetzt oder im Tierheim St. Pölten abgegeben. Das Team rund um Stojanovic findet immer wieder Tiere, die kurz nach Weihnachten einfach in Schachteln ausgesetzt wurden.

Die Erwachsenen müssen spätestens im Jänner wieder arbeiten gehen und die Kinder müssen zurück in die Schule. Unüberlegt angeschaffte Tiere sind dann im Weg.

Tiere einfach zu entsorgen ist für Davor Stojanovic „einfach nicht menschlich, nicht vereinbar mit unserem Wesen und es ist zudem auch komplett gesetzwidrig.“ Wenn man nachweisen kann, wer ein Tier ausgesetzt hat, was leider fast nie der Fall ist, kann das mit bis zu 6 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Was passiert mit dem „ungewollten“ Weihnachtsgeschenk?

Auch im Februar werden noch viele „Weihnachtsgeschenke“ im Tierheim abgegeben. Bis dahin werden die Tiere oft mitgezogen, bis sie zu groß werden oder zu viel Pflege und Aufmerksamkeit brauchen. Dann werden die Tiere ausgesetzt oder ins Tierheim gebracht. Nicht selten unter dem Vorwand, dass sie gefunden wurden.

Weihnachten gehört zu den traurigen Spitzensaisonen im Tierheim, sowie auch die Urlaubszeit im Sommer. Gerade dann kann es sein, dass das Tierheim so voll ist, dass es schlicht nicht möglich ist noch weitere Tiere aufzunehmen. Wichtig ist, in so einem Fall eine Überganglösung für das Tier zu finden oder das Tier privat zu vermitteln. Keinesfalls sollte das Tier aber ausgesetzt oder sich selbst überlassen werden.

Unterm Strich ist es nicht verwerflich sich zu Weihnachten ein Tier anzuschaffen. So eine Entscheidung sollte grundsätzlich immer sehr gut überlegt sein, besonders auch in der Weihnachtszeit. Unüberlegtes Handeln kann für alle Beteiligten, insbesondere für die Tiere, ein unschönes Ende haben.

Dieser Beitrag wurde in einer Lehrveranstaltung im Zuge einer Kooperation mit dem Bachelor-Studiengang Medienmanagement an der FH-St. Pölten erstellt.