Tierschutzverein rettete Jungfuchs aus Bushaltestelle. Der blutjunge Fuchs wird im Wiener Tierschutzverein nun von einer „Ersatzmama“ großgezogen.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 05. April 2019 (11:35)

Im Wiener Tierschutzverein in Vösendorf wird aktuell ein Fuchsjunges in wahrlich zartem Alter bei seinem Start ins Wildtierleben begleitet. Der rund ein bis zwei Wochen alte Fuchsbub wurde am Donnerstagnachmittag von einer Familie neben einer Bushaltestelle im 23. Wiener Gemeindebezirk (Liesing) offensichtlich verlassen entdeckt. Allem Anschein nach wurde er von der Mutter verstoßen. Die Finder nahmen das Tier beherzt an sich und brachten es umgehend in den WTV.

Dort wurde der Jungfuchs, der gerade einmal 190 Gramm auf die Waage bringt, eingehend tierärztlich untersucht. Zum Glück wurden bei „Django“, wie der Fuchs nun heißt, keine Beschwerden festgestellt. Er wurde lediglich gegen Parasiten (Würmer, Flöhe, Zecken) behandelt.

Da „Django" aufgrund seines Alters rund um die Uhr Betreuung und Fürsorge benötigt, nahm sich eine erfahrene WTV-Mitarbeiterin aus dem Kleintierhaus, die schon unzählige Wildtierbabys erfolgreich großgezogen hat, seiner an. So heißt es nun alle zwei Stunden füttern mit Aufzuchtmilch, Bauchmassagen für die Verdauung inklusive. Leider gibt es trotz intensiver Pflege bei Wildtieren in diesem Alter keine Garantie, dass sie auch tatsächlich durchkommen. Dennoch ist der WTV zuversichtlich, dass „Django“ zu einem stattlichen Fuchsmännchen heranwachsen wird.

Nun wird mit Spannung darauf gewartet, dass der Kleine seine Augen öffnet. Dies passiert bei Füchsen üblicherweise im Alter von rund zwei Wochen. In weiteren kleinen Schritten wird „Django“ dann auf das Erwachsenwerden und auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet.

Füchse in Großstädten

Da Füchse sehr anpassungsfähig sind und keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum stellen, sind sie mittlerweile neben Wald und Flur auch in vielen Großstädten - wie auch in Wien - anzutreffen und längst keine Seltenheit mehr. Ähnlich wie der Dachs nutzt auch der Fuchs als so genannter Kulturfolger das durch die menschliche Nähe erweiterte Nahrungsspektrum in Form von Mülltonnen, Komposthaufen, etc. So sollen groben Schätzungen zufolge allein in Wien mehrere tausend Füchse leben.

Nicht jedes Wildtier braucht Hilfe

Gerade in diesem Zusammenhang mahnt der Wiener Tierschutzverein die Bevölkerung aber auch zur Vorsicht: Nicht jedes junge Wildtier, welches womöglich einen verlassenen Eindruck erweckt, benötigt auch tatsächlich menschliche Hilfe. Im Zweifel ist es ratsam, das Tier etwas länger aus sicherer Entfernung zu beobachten und sich an eine kompetente Stelle zu wenden. Der Wiener Tierschutzverein steht der Bevölkerung als Kompetenzzentrum für Wildtiere mit jahrelanger Erfahrung gerne jederzeit für Anfragen zur Verfügung.