Gmünd

Erstellt am 08. Januar 2019, 02:20

von Teresa Sturm

Shetlandponys: „Sie sind so liebevoll“. Ein eigenes Pony zu haben ist für viele Kinder der absolute Traum. Mehr als erfüllt hat sich den die Waldviertlerin Stefanie Greiter: Sie züchtet Shetlandponys. Außerdem macht sie im wahrsten Sinne des Wortes Nützliches aus Pferdemist.

Über 60 Shetlandponys leben bei Stefanie Greiter im Waldviertel. Mit der Zucht hat sie sich einen Kindheitstraum erfüllt. Aus dem Mist der Tiere produziert sie nun „Pony Apple“. Das ist organischer Dünger für Pflanzen.  |  Teresa Sturm

„Das Pony hat einen ganz schlechten Ruf. In Reitställen ist es oft der Pausenclown. Dabei haben sie so ein sanftes Gemüt“, sagt Stefanie Greiter mit ruhiger Stimme und zufriedenem Lächeln. Die Wahlwaldviertlerin hat nämlich selbst etwa 60 Shetland Ponys im Stall. Sie züchtet die Tiere, die etwas über einen Meter groß werden können.

„Ich mag das Wesen der Ponys. Sie sind so sanft und liebevoll. Aber natürlich auch klein und kuschelig“, schwärmt Greiter von den Tieren. Etwa ab 1.500 Euro kann ein Shetlandpony gekauft werden. Die Tiere müssen immer zu zweit gehalten werden. Die Kundschaft sei bunt gemischt.

Aus Mist mach Dünger

Neben der Zucht hatte Greiter nun eine neue Geschäftsidee: Aus dem Pferdemist produziert sie nun organischen Dünger, der beispielsweise für Topfpflanzen aller Art verwendet werden kann. Dieser soll auch „Blütenendfäule bei Gemüsepflanzen“ vorbeugen.

Der bisherige Berufsweg von Greiter war überaus vielschichtig. Wenn die Mutter von drei Kindern so drauflos plaudert, kann man sich gut vorstellen, dass es ihr sonst zu langweilig wird. Die Züchterin ist 1977 in Wien als letztes von drei Kindern geboren. Sie war noch ein Volksschulkind, als ihr Vater verstarb. Ihre Mutter zog später mit den Kindern nach Mistelbach, wo Greiter auch die Matura abgeschlossen hat.

Pferde als Teil des Lebens

Eine große Liebe zu Tieren hatte Greiter schon immer. Sie spricht von der Vergangenheit, während zwei ihrer Hunde im Wohnzimmer ihres Hauses in Amaliendorf, Bezirk Gmünd, herumtollen. „Seit ich zehn Jahr alt bin, habe ich immer ein Pferd gehabt“, sagt die Tierliebhaberin. Nach der Matura begann Greiter, Veterinärmedizin zu studieren. Aber dass sie als Tierärztin oft auch um drei Uhr nachts ausrücken müsste, schreckte Greiter ab: „Da war mein Wunsch nach Familie zu groß.“

Daher hat sie das Studium abgebrochen und auf der Kunsthochschule zu studieren begonnen: „Gezeichnet habe ich immer schon.“ Mit 22 Jahren hat Greiter damals ihren Mann kennengelernt. Mit dem Heidenreichsteiner arbeitete sie zunächst gemeinsam in seinem Geschäft für Naturkosmetik in Wien. „2002 habe ich das erste Kind bekommen und es zog mich so aufs Land“, sagt Greiter heute. Aus dem Heim im Bezirk Gmünd hätte ein Wochenendhaus werden sollen, doch es wurde zum fixen Zuhause. Mit ihrem Mann baute sie dort die Marke „Peter’s Land“ mit selbst gemachten Lebensmitteln auf.

Neue Wege nach Scheidung

Vor etwa eineinhalb Jahren trennten sich Greiter und ihr Mann, und so machte sie sich abermals auf die Suche nach neuen Berufsmöglichkeiten. Neben ihrer Pferdezucht produziert sie Youtubevideos, indem sie Fragen zum Thema Dualseelen beantwortet. Mittlerweile hat sie zu diesem Thema auch viele Coachings telefonisch.

Wenn Greiters Kinder in einigen Jahren ausziehen, kann sie sich vorstellen, auch wieder in die Nähe einer größeren Stadt zu ziehen und die Zucht vielleicht zu verkleinern. „Mittlerweile bin ich aber die größte Shetlandponyzüchterin Österreichs“ sagt Greiter und hat schon wieder neue Pläne.