100.000 Sandsäcke retteten Drösing

Erstellt am 28. November 2022 | 05:54
Lesezeit: 3 Min
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Das alte Rathaus in Drösing mit dem markanten Turm und – im Hintergrund – dem alten Pfarrhof in den 1930er-Jahren.
Foto: Edith Mauritsch
Heutige Marktgemeinde entstand 1971 durch die Zusammenlegung von Drösing und Waltersdorf. Die bislang größte Herausforderung wartete im Jahr 2006 ...
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Die heutige Marktgemeinde Drösing entstand durch die Zusammenlegung der Gemeinden Drösing und Waltersdorf im Jahr 1971. Waltersdorf wird urkundlich erstmals im Jahr 1303 unter dem Namen „Walprehsdorf“ erwähnt. Bereits 1293 wird Drösing als Markt erwähnt. Frühere Urkunden liegen bislang nicht vor. Es ist allerdings zu vermuten, dass die Besiedlung bereits früher stattfand. 1983 wurde der Gemeinde das Wappen verliehen.

Anlässlich des Jubiläums 700 Jahre Marktrecht Drösing gab es im Jahr 1993 einen großen Festumzug, begleitet von Ausstellungen und Veranstaltungen. Der Kulturausschuss gab einen Bildband mit dem Titel „Einst und Heute“ heraus. Mit Ende desselben Jahres schloss allerdings der Gendarmerieposten.

Das historische Rathaus im Zentrum von Drösing bestand bis 1958. Der Abbruch war wegen Baufälligkeit und der Unzweckmäßigkeit der Innenräume notwendig. Damit verschwand auch der markante Turm, der jedenfalls schon um 1701 bestanden haben muss, wie auf Gemeinderechnungen ersichtlich ist. Das Rathaus selbst war zumindest noch rund 50 Jahre älter.

Kurz vor Abriss des Turms wurde dieser noch von einem Blitz getroffen. Am 25. Oktober 1959 ging das neue Gebäude nach einem Festakt und der Segnung durch den Ortspfarrer in Betrieb. Platz fanden darin neben der Gemeindekanzlei auch Post, Gendarmerie, eine Bank sowie die landwirtschaftliche Fortbildungsschule für Mädchen, die jedoch bereits zwei Jahre später wegen Schülermangels aufgelassen werden musste. Im Zuge der Umgestaltung des Platzes wich auch der alte Pfarrhof.

Einzigartige Fauna und Flora dominiert

Die Nähe zu den Marchauen beschwert der Gemeinde eine ruhige, lebenswerte Umwelt mit einzigartigem Tier- und Pflanzenvorkommen. Doch die March kann auch anders. Am 4. April 2006 erreichte der Fluss einen Pegelstand von 6,54 Metern. Nur der engagierte Einsatz von Feuerwehr, Bundesheer, Gemeinde Firmen und der Ortsbevölkerung verhinderte einen Dammbruch. An die 100.000 Sandsäcke sicherten den Damm. Nach Sofortmaßnahmen im selben Jahr durch die „viadonau“ erfolgte in den Folgejahren die Sanierung des gesamten Schutzdammes zwischen Marchegg und Bernhardsthal.

Über die Jahrhunderte hinweg war die March Grenzfluss, die Zeit des „Eisernen Vorhanges“ ist vielen der älteren Bürger noch in Erinnerung. Seit 1989 ist jedoch viel geschehen, um das Landschaftsschutzgebiet um die March (er)lebenswert zu machen. So beleben der March-Panorama-Radweg und der Kamp-Thaya-March-Radweg den sanften Tourismus. Sehenswert ist die alte Wehrkirche mit einem Altarbild des Kremser Schmidt.

Eine Gedenktafel in der Meierhofgasse 6 erinnert an Georg Gaß. Der spätere Abgeordnete zum Steiermärkischen Landtag, Tierarzt und Heimatdichter hatte seine Wurzeln in Drösing. Er starb im Jahr 1944 in Wien.

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