Die Bahnstraße Gänserndorf im Wandel der Zeit

Erstellt am 27. Juni 2022 | 05:20
Lesezeit: 3 Min
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Die Bahnstraße beim Umbau in den 1990er-Jahren.
Foto: Archiv
Früher fand man in der Gänserndorfer Einkaufsstraße Kaufhäuser und Gemischtwarenhandlungen. Heute sind es Friseure, Gastro und Handyshops.
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Was Mitte des 19. Jahrhunderts als Weg vom Bahnhof in das Dorf begann, ist heute ein pulsierendes Einkaufs- und Kulturzentrum – die Bahnstraße in Gänserndorf. Das damals noch kleine Gänserndorf hatte sich rund um die heutige Stadtpfarrkirche entlang der Hauptstraße angesiedelt. Einzig ein schmaler Weg führte zum Bahnhof.

Nach und nach siedelten sich die ersten Gewerbetreibenden in der Bahnstraße an. Das Haus der Bezirksapotheke wurde gebaut und die jüdische Gemeinde errichtete ein Bethaus, aus dem die Synagoge entstand. Mit der Erstarkung der Wirtschaft vollzog sich der Wandel von einer bäuerlichen Gemeinde zu einem wirtschaftlichen Zentrum.

Die Entwicklung der Betriebe und Geschäfte ist aber auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen. So fanden sich früher Kaufhäuser und Gemischtwarenhandlungen, welche die Einkaufsgewohnheiten der damaligen Zeit abdeckten. Heute sind Einkaufsmärkte mit großen Parkplätzen an den südlichen Stadtrand abgewandert. An der Stelle der heutigen Stadtbibliothek boten ein Schneidermeister und ein Kürschner ihrer Dienste an. Es gab Hut- und Zuckerlgeschäfte.

Sehr bald erkannten die Wirtschaftstreibenden, dass man gemeinsam mehr erreichen kann. Als eine der ersten gemeinsamen Aktivitäten gilt der Festumzug 1959 anlässlich der Stadterhebung Gänserndorfs. Ein folgte die Weihnachtsbeleuchtung. 1974 schließlich mündete die bisher lose Zusammenarbeit in der Gründung des Werbeteams Gänserndorf.

Erster Vorstand war Jakob Hahn, damals Wäschehändler. Bereits seit 1978 gibt es die „Lange Einkaufsnacht“ und auch die Aufstellung der Kunstgänse geht auf eine Initiative der Wirtschaftstreibenden zurück. Weiters wurde die heute von der Stadtgemeinde weitergeführte Bonus-Card ins Leben gerufen.

Eine Herausforderung für die Geschäfte war der Umbau der Bahnstraße in den Jahren 1992 und 1993. Vor rund 20 Jahren schließlich wurde die Bahnstraße zur Einbahn. Wie alte Fotos beweisen – die Blechschlangen entlang der Hauptschlagader der Gemeinde waren damals wie heute gleich. Einmal wöchentlich lockt der Frischemarkt die Käufer in die Bahnstraße.

Ausrichtung der Geschäfte änderte sich stark

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Ausrichtung der Geschäfte im Zentrum stark gewandelt. Aus einem Friseur wurde ein Malerei- und Innenausrichtungsgeschäft. Die Fleischhauerei wurde zum Telefonshop und statt des Konsums bittet ein China-Restaurant zu Tisch. Manches bleibt gleich – wie das eingesessene Schuhgeschäft, das den Mitbewerbern im Fachmarktzentrum trotzt, oder der Installateurbetrieb, der heute auch Photovoltaikanlagen anbietet und als Nahversorger für Elektrogeräte fungiert.

Als 1968 die OMV in ihre Zentrale an der Protteser Straße einzog, war es ein Haus „auf der grünen Wiese“. Heute finden sich dort ein Baumarkt, eine Spenglerei sowie Produktionsbetriebe. Im Entstehen ist derzeit ein Werkzeughändler. Das Gewerbegebiet im Süden der Stadt besteht vorrangig aus Handelsbetrieben der Sparten Lebensmittel, Bekleidung und Schuhe sowie Tierfutterhandel.

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