Ebenthal: Von Fluten und Dreharbeiten

Erstellt am 15. Mai 2022 | 04:47
Lesezeit: 3 Min
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Der alte Meierhof vor dem Abriss. Heute befinden sich dort Gemeindeamt und Kindergarten.
Foto: privat
Bereits im Jahr 1180 wurde Ebenthal das erste Mal als „Utental“ urkundlich erwähnt. Seither hat sich in der Gemeinde jedenfalls sehr viel getan.
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Um 1180 findet sich ein Eintrag im Klosterneuburger Saalbuch. Ein gewisser Heinrich von Mistelbach schenkte dem Kloster drei Lehen und zwei Hofstätten zu „Velwen nächst der March“. Zur Ortsbestimmung findet sich im Urkundenmaterial der Name Utental. Man geht davon aus, dass es sich hier um das heutige Ebenthal handelt.

Schon seit 1955 gibt es die Gemeindebücherei. Ursprünglich im alten Postgebäude untergebracht, residiert die Institution seit der Renovierung im ersten Stock des Schüttkastens. Sie wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Im Juli 1957 brach nach ungewöhnlich hohen Temperaturen bis zu 40 Grad ein Unwetter über die Gemeinde herein und brachte großräumige Überflutungen mit sich. Mehrere Gebäude standen unter Wasser, das Kaufhaus Moravec musste wegen Einsturzgefahr sogar evakuiert werden.

1961 erfolgte die Marktwappen-Verleihung

Am 4. September 1961 wurde der Gemeinde das Marktwappen verliehen. Die Gestaltung ist angelehnt an das Wappen der Familie Kohary, das noch heute im Festsaal des Schlosses zu sehen ist. Das Schloss ist seit 1988 in Privatbesitz und wurde vom Hausherrn in jahrelanger Arbeit restauriert, der seine Türen gerne für Veranstaltungen öffnet. So findet heuer im Juni das „Tafeln im Weinviertel“ dort statt, ebenso wie regelmäßige Opernaufführungen.

Anfang der 1960er-Jahre wurde an der Hauptstraße ein Kindergarten errichtet, der seine Funktion an die 30 Jahre lang erfüllte. Von 1992 bis 2019 gab es in den Räumen einen Kaffeehaus-Betrieb. Seit rund einem Jahr ist das Gebäude Sitz der Ebenthaler Kommunal GmbH, einem Betrieb im Eigentum der Gemeinde, die an diesem Standort einen Nahversorger mit Post- und Bankdienstleistungen betreibt.

In den 1980er-Jahren erwarb die Gemeinde das riesige Areal des Meierhofes. Die Gebäude mussten abgerissen werden. Heute befinden sich dort der Kindergarten und das Gemeindeamt. Erhalten blieb der im 18. Jahrhundert erbaute Schüttkasten, den die Gemeinde 1991 ankaufte, sanierte und im Jahr 2000 feierlich eröffnete. Zusammen mit dem angebauten Veranstaltungssaal dienen die Räumlichkeiten heute als Veranstaltungsort und Turnsaal der nahen gelegenen Volksschule. Für heuer stehen die zeitgemäße Adaptierung der Sanitärräume und deren behindertengerechte Ausstattung am Plan.

Ein Münchner Filmteam nutzte 1977 die Gemeinde als Kulisse für den Film „Der Schmuggler-Peter“ mit Hans Wyprächtiger in der Hauptrolle. Neben dem Hauptdarsteller waren nur zwei Rollen mit Nicht-Ebenthalern besetzt. So gaben Fritz Sterzinger und Fran Repik zwei Grenzbeamte und Johann Kloiber den Pfarrer.

Etwa 50 Prozent der Gemeinde und damit mehr als 730 Hektar sind bewaldet. Die Eigentumsverhältnisse teilen sich rund zu je einem Drittel eine Agrargemeinschaft, Private und die Gemeinde mit 128 Hektar. Der Eichenmischwald ist Erholungsgebiet.

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