Erneut ist alles dicht im Bezirk Gänserndorf. Auch wenn Infektionszahlen im Bezirk Gänserndorf stabil sind, erinnert Situation an März.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 18. November 2020 (04:06)
Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz: „Im Gegensatz zum ersten Lockdown im März haben wir jetzt natürlich mehr Erfahrung mit dem Virus und die nötige Schutzausrüstung.“
NÖN

Der zweite harte Lockdown trifft natürlich auch die Region, ihre Bewohner und die örtliche Wirtschaft.

Kuriosum dabei: Der Bezirk Gänserndorf lieferte zuletzt die besten, weil niedrigsten Corona-Infektionszahlen in ganz Niederösterreich und zählte auch österreichweit zu den Top-Ten. Der Inzidenzwert lag bei lediglich 195,6. Das heißt: 195 von 100.000 Personen steckten sich innerhalb von sieben Tagen mit dem Virus an. Der Bezirk Amstetten zum Beispiel wies eine Inzidenzzahl von 717,5 auf.

384 Personen im Bezirk infiziert

Insgesamt wurden im Bezirk Gänserndorf seit Beginn der Pandemie im März etwa 1.400 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Sieben Mitbürger starben an bzw. mit dem Coronavirus. Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz am Montag zur NÖN: „Aktuell sind 384 Personen infiziert.“ In Quarantäne befanden sich zu diesem Zeitpunkt 1.016 Mitbürger.

Wie wirkt sich der neue Shutdown auf die Bezirkshauptmannschaft, die auch als Gesundheitsbehörde fungiert, aus? Merkatz: „Im Gegensatz zum ersten Lockdown im März haben wir jetzt natürlich mehr Erfahrung mit dem Virus und die nötige Schutzausrüstung – Masken, Desinfektionsmittel und Plexiglaswände.“ Deshalb bleibe das Haus nun auch für den Parteienverkehr geöffnet, selbstverständlich ist dieser nur nach telefonischer Voranmeldung möglich.

Behörden und Gerichte bleiben offen

Das Offenhalten der Behörden und Gerichte ist auch in der Verordnung des Gesundheitsministeriums fixiert – für unaufschiebbare behördliche bzw. gerichtliche Wege. Natürlich gehen auch das Contact-Tracing (Ausforschung der Kontaktpersonen von Infizierten) sowie das Zustellen von Absonderungsbescheiden normal weiter, so der BH-Stellvertreter.

Kann die Gänserndorfer Behörde noch alle Kontaktpersonen von positiv Getesteten eruieren? Merkatz: „Unter gewöhnlichen Umständen schon. Wenn uns aber die Leute – aus welchen Gründen auch immer – anlügen, sind wir natürlich machtlos.“

Das Ziel sei nach wie vor klar: „Uns muss es gelingen, die Infizierten-Zahl drastisch zu senken. Das ist auch möglich. Covid-19 ist eine Erkrankung, gegen die man aktiv etwas tun kann – mit den bekannten Schutzmaßnahmen.“ Wenn sich alle daran halten, können eine Überlastung des Gesundheitssystems und ein dritter Lockdown verhindert werden, betont Merkatz.

Feuerwehren kämpfen mit Covid-Folgen

Zistersdorfs Bürgermeister Helmut Doschek: „Spielplätze und Mistplatz bleiben diesmal offen.“
Gemeinde

Mit dem Virus und den Folgen haben auch die Freiwilligen Feuerwehren in der Region zu kämpfen. FF-Bezirkschef Georg Schicker: „In unseren Teams gibt es natürlich auch infizierte Kameraden und welche, die Angst haben, sich bei Einsätzen anzustecken.“ Ein weiteres Problem sind die eingeschränkten Ausbildungen während des Shutdowns. Schicker: „Das Ganze ist eine Gratwanderung – wie viele Übungen brauche ich, damit die Einsätze im Notfall auch gut funktionieren?“

Für die Gemeinden bedeutet der neue Lockdown nicht viel Neues. Sie kennen die nötigen Maßnahmen vom ersten im März. Zistersdorfs VP-Bürgermeister Helmut Doschek erklärt: „Es ist so gut wie alles zu. Der Unterschied zu damals ist, dass die Spielplätze eingeschränkt geöffnet haben und das Altstoff-Sammelzentrum in Betrieb ist.“

In den Kindergärten und Schulen gibt es eine Betreuung für jene Sprösslinge, die nicht zu Hause bleiben können. „Die Kurzparkzonen sind außer Betrieb und die Gemeindemitarbeiter sind, wo es möglich ist, im Homeoffice“, so Doschek abschließend.

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