Jubiläum als „Auftakt“ für Landesausstellung 2022. Dass Marchegg vor 750 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde, wird in der Stadtgemeinde das ganze Wochenende gefeiert. Eröffnet wurde das Jubiläum mit der Enthüllung eines Denkmals zu Ehren von König Ottokar, dem Gründer Marcheggs.

Von Sandra Frank. Erstellt am 22. Juni 2018 (21:15)
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Voller Stolz marschierten die über 100 Ehrengäste, angeführt vom Musikverein Marchegg-Breitensee, vom Schloss zum neuen Denkmal der Stadt: Vor 750 Jahren wurde Marchegg erstmals urkundlich erwähnt, unter König Ottokar dem Großen. Dieser ist es auch, den das neue Denkmal zeigt, mit erhobenem Schwert.

„Sie hat uns in den vergangenen Tagen sehr viel Freude bereitet“, begrüßte Bürgermeister Gernot Haupt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Die Freude darüber, dass die Region den Zuschlag für die Landesausstellung 2022 erhalten hat, ist riesig. „Dieses Wochenende ist ein Vorgeschmack auf das, was sich hier in der Region mit der Landesausstellung tun wird“, ist Mikl-Leitner überzeugt. Es sei spürbar, dass jeder in Marchegg stolz auf seine Stadtgemeinde sei. Die Landeshauptfrau lobte die Vereine, die als „Kraftquelle und Lebensader“ das ganze Jahr über im Einsatz seien.

„In der regionalen Entwicklung wird Turbo zu spüren sein“

Sie ist überzeugt, dass ein „Turbo zu spüren sein wird, in der regionalen Entwicklung“, wenn die Landesausstellung unter dem Motto „Wunderwelt Natur“  im Marchfeld über die Bühne gehen wird. Diese Jubiläumsveranstaltung sei jedenfalls ein „toller Start“, für das, was sich im Marchfeld noch ereignen werde.

„Es war eine klasse Entscheidung, hier die Landesausstellung zu machen. Wir werden volle Leistung bringen“, versprach Stadtchef Haupt.

Er durfte nicht nur Gäste aus der Region begrüßen, sondern auch aus dem benachbarten Ausland. Einer davon war Augustin Karel Andrle Sylor, ehemaliger Abgeordneter aus Tschechien. Dieser freute sich sehr, dass er gemeinsam mit dem Bürgermeister und der Landeshauptfrau die Statue von König Ottokar enthüllen durfte.

Besondere Überraschung: „König ist leibhaftig präsent.“

Er hatte eine ganz besondere Überraschung für Haupt  mitgebracht: Ein Teil der sterblichen Überreste vom König selbst. Der Gründer der Stadt ist im Prager Veitsdom begraben, seine Gebeine wurden mit Wasser gefüllt, lösten sich dadurch auf und sind mit dem Holz verschmolzen. Einen Teil davon überreichte Sylor dem Bürgermeister, „damit der König leibhaftig präsent ist“.  „Das ist eine tolle Überraschung, wahrlich ein Schatz“, war Haupt überwältigt von dem Geschenk des ehemaligen Abgeordneten.

Mikl-Leitner: „Bürgermeister der Region könnten Rap einstudieren!“

Weil es bei dem Fest auch darum ging, in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft zu blicken, übernahmen die Schüler der Neuen Mittelschule die weitere musikalische Gestaltung. Mit einem flotten Rap, einem Lobrede auf Österreich, beeindruckte der Schulchor. So sehr, dass sich Mikl-Leitner eines wünschte: „Dass ihr sowas für die Landesausstellung 2022 auch einstudiert.“  Die Landeshauptfrau hatte aber noch eine weitere Idee: „Die  Bürgermeister der Region könnten auch einen Rap einstudieren. So schlagen sie eine Brücke vom Barock in die Zukunft.“ Für diese Idee erntete Mikl-Leitner Beifall, die Bürgermeister schmunzelten eher skeptisch.

Zeitkapsel mit Texten von Schülern wurde versenkt

Nach der Enthüllung des Denkmals, gab es noch ein weiteres Highlight: Mikl-Leitner, Haupt und Schüler der NMS versenkten eine Zeitkapsel, in der Texte und Zeichnungen  von Schülern zu ihren Vorstellungen über die Zukunft und Zeitungen – natürlich auch die NÖN – verstaut wurden. „Die Zeitkapsel wird erst 2068 wieder geöffnet“, erklärte der Bürgermeister.

Nach dem Festakt marschierten die Festgäste zurück ins Schloss. Unter ihnen war auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl.  „Die Stadtgemeinde besticht seit nunmehr 750 Jahren vor allem durch ihre atemberaubende Geschichte mitsamt ihrem barocken Prunkstück, dem Schloss Marchegg“, zeigte er sich begeistert und ergänzte:  „Man spürt förmlich, wie aktiv sich die Bürger im Vereins- und Kulturleben der Stadt engagieren.“ Schnabl ist froh, dass mit der Revitalisierung des Schlosses im Zuge der Landesausstellung eine dauerhafte Attraktion geschaffen werde. „Damit wird eine Aufwertung der Stadt und der Region erreicht“, ist er überzeugt.