„Visitenkarte unserer Republik“ in Weikendorf angelobt

Erstellt am 29. Juli 2022 | 14:51
Lesezeit: 10 Min
Die Rekruten des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 3 (AAB3) aus Mistelbach und des ABC-Abwehrzentrums aus Korneuburg wurden in Weikendorf angelobt. "Jetzt beginnt die chillige Zeit", versprach Kasernenkommandant Hans-Peter Hohlweg, der sehr stolz war, dass Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ebenfalls dabei war.
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Die Weikendorfer mussten sich lange gedulden, bis ihre Gemeinde endlich Schauplatz einer Angelobung des österreichischen Bundesheeres werden durfte. „Wir haben die Angelobung schon vier Mal geplant“, ließ Bürgermeister Hans Zimmermann die Rekruten und Gäste wissen, dass Corona bisher dazwischengefunkt hatte. 

Nun war es endlich so weit: 83 Rekruten des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 3 (AAB3) aus Mistelbach und des ABC-Abwehrzentrums aus Korneuburg nahmen am Weikendorfer Sportplatz Aufstellung, um den Eid auf die Republik Österreich zu schwören.

Zimmermann erteilt Auftrag an Europa: "Wir müssen Flagge zeigen!"

„Diese Veranstaltung ist eine besondere Auszeichnung für unsere Gemeinde, aber auch eine Werbung für das Bundesheer“, betonte Zimmermann, dem man anhörte, dass er dem Bundesheer sehr verbunden ist. Er erinnerte sich an seinen eigenen Grundwehrdienst, im Oktober 1973.

„Die Situation war ähnlich wie heute.“ Der Jom-Kippur-Krieg dauerte zwar nicht so lange wie der aktuelle russische Angriffskrieg auf die Ukraine, doch die Folgen waren ähnlich: „Eine Ölkrise, eine hohe Inflation und hohe Spritpreise – wie heute“, verglich Zimmermann. Nach diesem Krieg sollte es nie wieder Panzerangriffe auf europäischem Boden geben. Am 24. Februar sei der Krieg doch nach Europa zurückgekommen.

„Wir müssen Flagge zeigen“, sieht Zimmermann einen klaren Auftrag für die EU. Sie dürfe sich in Verteidigungsfragen nicht auf die Amerikaner verlassen. Darum dankte er den Rekruten, dass sie sich für den Dienst im Bundesheer entschieden haben. „Unsere Soldaten wurden nur noch als Schnee- oder Schlammschaufler gesehen“, denkt er an wichtigen den Katastrophenhilfsdienst.

Es sei unverantwortlich, junge Soldaten ohne gute Ausrüstung in den Dienst ziehen zu lassen. Darum ist Zimmermann froh, dass Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mehr finanzielle Mittel für das Bundesheer zur Verfügung stellen will.

Soldaten sind wichtige Helfer in Ausnahmesituationen

Darauf, dass Tanner nach der Angelobung in Groß-Schweinbarth nur eine Woche später erneut zu Gast war, machte den Mistelbacher Kasernenkommandanten Hans-Peter Hohlweg, stolz: „Das ist eine hohe Wertschätzung für unsere Rekruten.“ Diesen konnte er mitteilen: „Mit der Angelobung schließen Sie die Basisausbildung ab, jetzt beginnt der chillige Teil.“

Als „Visitenkarte unserer Republik“ bezeichnete Weikendorfs Nachbarbürgermeister und Landtagsabgeordneter René Lobner die Soldaten, die wichtig für das Sicherheitsgefüge des Landes seien. „Gerade in dieser Region wissen wir die Leistung des Bundesheeres sehr zu schätzen“, denkt Lobner an die Einsätze nach Hochwasserereignissen. Er selbst war 2003 in einem solchen Einsatz, „es ist ein gutes Gefühl, helfen zu können“. 

Tanner: "Sie übernehmen Verantwortung für die Sicherheit von uns allen"

Er kennt Tanner noch aus ihrer Zeit als Landtagsabgeordnete und weiß: „Dein Esprit und dein Engagement tun dem Bundesheer gut.“ Die Ministerin für Landesverteidigung ist gern bei Angelobungen dabei. „Dies ist eine Feier, bei der man sieht, wie wichtig das Bundesheer der zivilen Bevölkerung ist.“ Den Rekruten dankte sie: „Sie versprechen heute, der Republik Österreich zu dienen. Damit übernehmen Sie Verantwortung für die Sicherheit von uns allen.“

Nach Tanners Worten, waren die Rekruten zu hören, als sie gemeinsam das Treuegelöbnis sprachen und das Versprechen ablegten, die Republik und ihr Volk zu schützen und mit der Waffe zu verteidigen.

Eine Angelobung "auf dem heiligen Rasen"

Für den musikalischen Höhepunkt und stimmungsvollen Abschluss der Angelobung war die NÖ Militärmusik unter der Leitung von Adolf Obendrauf zuständig: Der „Große Zapfenstreich“ erklang am Weikendorfer Sportplatz. Tanner gratulierte zur „herausragenden Leistung der Musiker“ und gab schließlich den Befehl, abrücken zu lassen.

Im Pfarrhof wurden traditionell die Standarten an die Kasernenkommandanten zurückgegeben. Der Sieg, der mit dieser Geste demonstriert wird, wurde von den Ehrengästen zusätzlich mit einem Glas Cognac besiegelt. 

Hier gehörte auch der Hausherr, Pater Christoph Pelczar dazu. „Für mich war das Highlight der Angelobung, dass sie auf dem Fußballplatz stattgefunden hat, auf dem heiligen Rasen“, scherzte der Rapid-Pfarrer bevor er den offiziellen Teil der Angelobung charmant, aber bestimmt, beendete: „Herzlich willkommen im Pfarrhof. Wir haben Hunger, gehen wir etwas essen“, stellte er sicher, dass keine weiteren Reden mehr gehalten wurde.

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