Groß-Schweinbarth: Wer sammelt illegal?. Bürger erhielten Zettel, auf denen Unbekannter Müllentsorgung anbot. Gemeindeverband: „Annahme des Angebots ist rechtswidrig.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:14)
In einigen Gemeinden sind derzeit illegale Sperrmüllsammler unterwegs.
GVU

Die Sperrmüllsammler aus dem benachbarten Ausland scheinen die Deponietermine in den Gemeinden sehr gut zu kennen. Just einige Tage vorher fanden sich in den Briefkästen von Groß-Schweinbarth kleine Zettel. Darauf stand: Sammlung. Es ist bequem, nicht mehr Gebrauchtes vor dem Haus abzustellen. Allerdings auch strafbar.

Die Aufforderung ist professionell gestaltet und in gutem Deutsch geschrieben – wenn auch Kleinigkeiten in der Satzstellung und im Wortgebrauch darauf hindeuten, dass Deutsch nicht die Muttersprache des Verfassers ist. Genau wird aufgelistet, was man gerne alles hätte. Von Wohnwagen über Kaffeeautomaten bis hin zu Kupfer und Aluminium. Sogar Bruchgold wird gewünscht.

Ein Datum ist angeführt und sogar die Uhrzeit. Man komme auch bei Regenwetter und die Sammlungsaufforderung solle bei den abzuholenden Stücken deponiert werden. Eine ungarische Telefonnummer komplettiert den kleinen Zettel mit einem Smiley und den Wünschen für einen schönen Tag. Sperrmüll und Abfall nehme man allerdings nicht mit.

Der Gemeindeverband für Umweltaufgaben Gänserndorf (GVU) reagierte prompt. „Diese Sammler verfügen über keine Berechtigung nach den abfallrechtlichen Bestimmungen. Die Sammlungen sind illegal. Auch als Bürger begeht man einen Gesetzesverstoß, wenn man seine Abfälle an nicht berechtigte Personen übergibt“, so der GVU in seiner Aussendung.

Die illegalen Sammler würden sich „Schnäppchen“ herauspicken. Es geht weniger um die Funktionstüchtigkeit, sondern um Rohstoffe wie Alteisen oder Buntmetalle. Wertloses wandere häufig in den nächsten Graben und müsse von Gemeinde oder GVU entsorgt werden. Das verursache Aufwand und Kosten. Kosten, die sich irgendwann auf die Müllgebühren niederschlagen. Zumal der Erlös aus den Wertstoffen einen wesentlichen Anteil an der Kalkulation haben.

Die Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf hat die Polizeiinspektionen im Verbandsgebiet gebeten, verstärkt Sammelzentren und Sperrmüllbrigaden zu kontrollieren. Der GVU hat auch den Umweltschutz im Blick: „Alte Kühlgeräte, Bildschirme und Elektro- oder Elektronikaltgeräte sind gefährliche Abfälle. Der GVU stellt eine nachhaltige Abfallentsorgung sicher“, heißt es.

Umfrage beendet

  • Hast du schon unliebsame Erfahrungen mit Sperrmüllsammlern gemacht?