Statt Packerl kam nur gelber Zettel. Postkundin wartete den ganzen Tag zu Hause auf Zustellung. Sie wurde angeblich nicht angetroffen. Die Post entschuldigte sich.

Von Robert Knotz. Erstellt am 27. Februar 2020 (05:06)
Immer wieder soll es vorkommen, dass die Post beim Empfänger nicht anläutet und sofort einen gelben Zettel hinterlegt.
Symbolfoto: Knotz

Eine Deutsch-Wagramerin (Name der Redaktion bekannt), wohnhaft in der Nähe des Bahnhofs, wurde kürzlich mit „Hausarrest für Erwachsene“ bestraft: Die Frau erwartete ein Paket.

Sie hatte die Benachrichtigung erhalten, dass es voraussichtlich am Samstag in der Vorwoche zugestellt werden soll. „Nachdem wir den Samstag sowieso zu Hause verbrachten, war es kein Problem, auf das Packerl zu warten. Ich war auch nicht sehr enttäuscht, dass es dann doch nicht eintraf“, so die Postkundin im NÖN-Gespräch.

Die Sendungsverfolgung der Post zeigte schließlich an, dass die Zustellung am Montag über die Bühne gehen soll. „Mein Mann und ich verbrachten den ganzen Tag zu Hause, sogar mit dem Duschen haben wir uns abgewechselt, um den Paketboten nicht zu verpassen“, berichtet die Frau weiter. Doch es kam wieder kein Packerl. Schließlich traute das Ehepaar seinen Augen nicht: In der Sendungsverfolgung stand sinngemäß, dass die beiden nicht zu Hause angetroffen wurden und das Paket am nächsten Werktag am Postamt abzuholen sei.

Kein Einzelfall

Laut der Kundin ist dies nicht zum ersten Mal passiert: Im Herbst las sie – wieder nach langem Warten – in der Sendungsverfolgung, dass ein Paket bereits zugestellt wurde, obwohl kein Postler bei ihr war. Es stellte sich damals heraus, dass die erwartete Zustellung im Garten lag.

Post-Pressesprecher Michael Homola nimmt im NÖN-Gespräch Stellung: „Grundsätzlich sind unsere Mitarbeiter in der Zustellung verpflichtet, beim Empfänger anzuläuten. Lediglich, wenn niemand zuhause ist, erfolgt eine Benachrichtigung zur Abholung in einer unserer Geschäftsstellen (gelber Zettel, Anm.).“

Sollte sich der Sachverhalt tatsächlich so zugetragen haben, entspreche das nicht den Vorgaben, so Homola, der sich für den Vorfall entschuldigt.