Frontalangriff von Nikl. Der Obmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer schießt scharf gegen die neue Bezirksführung der FPÖ. Angegriffener Bezirksobmann reagiert aber gelassen.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 09. Juli 2014 (10:26)
NOEN, Fotos: Schindler
Stefan Nikl
Kein gutes Haar an der soeben neu gewählten Bezirksführung lässt der Angerner Stefan Nikl, Obmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer im Bezirk: „Das ist keine Führung, sondern ein Desaster. So eine schwache Bezirksvertretung gab es noch nie.“

Der Grund für seinen Unmut über den neuen Obmann Herbert Steindl? „Es gibt ständig irgendwelche Weisungen vom Land, das beginnt schon bei der Obmann-Wahl“, so Nikl, der vermutet, dass auch das Nichtantreten des vermeintlichen Gegenkandidaten von Steindl, René Azinger (der nun Steindls Stellvertreter ist) auf Anraten der Landes-FP geschah: „Dass nur 66 von 400 FP-Mitgliedern zur Wahl kamen, ist ein Trauerspiel und ein Zeichen, dass die Basis wusste, dass hier etwas im Busch ist. Das grenzt an Verweigerung der Gefolgschaft. Da hätte ich, wäre ich angetreten, den neuen Obmann gehörig ins Schwitzen bringen können.“

Und Nikl legt nach: „Ich bin schon für eine Verjüngung der Parteispitze, aber der Obmann sollte doch eine gewachsene Persönlichkeit sein und sich die Zeit nehmen, die FP-Mitglieder kennenzulernen. Steindl wohnt ja überhaupt erst seit kurzer Zeit im Bezirk.“

Steindl: „Warum hat Nikl nicht kandidiert?“

Der angegriffene Steindl reagiert gelassen auf die harschen Worte: „Ich nehme die Kritik von Herrn Nikl zur Kenntnis und werde dies in den zuständigen Gremien behandeln lassen. Für mich stellt sich bei solch großspurigen Meinungsergüssen die Frage, weshalb er nicht tatsächlich kandidiert hat. Freilich kann er in Zukunft auch auf Sitzungen erscheinen und dort seine Auffassungen zum Besten geben.“

Der frischgebackene Bezirksobmann beschäftigt sich lieber mit anderen Dingen: Nach dem Erfolg bei der Wahl der Doppelspitze im Bezirk beginnen Steindl und sein Stellvertreter René Azinger bereits mit den Vorbereitungen zur Gemeinderatswahl 2015. In Matzen und Weikendorf fanden Besprechungen mit Sympathisanten und engagierten Bürgern statt, um eine Kandidatur bei diesem Urnengang 2015 vorzubereiten.

Bürger sollen ihre Ideen einbringen

Die Analyse der Wahlen 2010 bis 2015 zeigt, dass der Unmut über die herrschenden Bedingungen wächst. Steindl: „Wir werden die Bürger ansprechen, die in ihren Gemeinden Missstände erkennen und an einer positiven Zukunftsgestaltung mitarbeiten wollen.“ Wachsende Kriminalität, seit Jahrzehnten ungelöste Verkehrsprobleme und rot-schwarzes Desinteresse an den Sorgen der Bürger würden viele Gemeinden prägen, weiß Steindl. „Die FPÖ hat ein offenes Ohr für die Anliegen der Marchfelder“, stellte der neue Bezirksobmann bei einem Treffen mit dem Ring Freiheitlicher Jugend in Leopoldsdorf fest.

„Die hervorragenden Bezirksergebnisse der FPÖ bei bundesweiten Wahlen sollen den Bürgern auch auf Gemeindeebene eine Möglichkeit geben, ihre Ideen bei konkreten Entscheidungen einzubringen und ihre Interessen gewahrt zu sehen“, blickt Steindl optimistisch in die Zukunft.