(March-)Wogen sind noch nicht geglättet. SP zieht aus Wahlergebnis Bestätigung, andere sehen Ort wegen Votum als „ewiges Dorf“. Immerhin: „Fähre wird verbessert.“

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 01. Oktober 2014 (10:34)
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Vergangenen Sonntag stimmte die Bevölkerung der Großgemeinde Angern darüber ab, ob die geplante March-Querung errichtet werden soll.
„Einen schönen Gruß von den von Ihnen so bezeichneten ,ewig Gestrigen‘“, richtet geschäftsführender SP-Gemeinderat Norbert Brei VP-Nationalratsabgeordneten Hermann Schultes angesichts des SP-Erfolgs bei der Volksbefragung zur March-Brücke (73,9 % stimmten dagegen) aus. Schultes hatte bereits im NÖN-Sommergespräch (KW 31) für die Brücke am Fährenstandort plädiert: „Es gibt keinen anderen realistischen Standort. Und wenn die SPÖ das nicht einsieht, wird Angern immer ein Dorf mit wenig Zukunft bleiben.“

Brei: „Wir haben für unsere Gemeinde und Bürger etwas erreicht und sind mit Billa und Penny gut aufgestellt, dazu haben wir einen Nahversorger, eine Trafik, eine Tankstelle, zwei Banken, Unterkunfts- und Gastronomiebetriebe, einen Bauernladen und ein Blumengeschäft sowie einige Heurigenbetriebe im Gemeindegebiet und für die ärztliche Versorgung stehen zwei Allgemeinmediziner sowie ein Physiotherapeut zur Verfügung. Auch mit einem Postpartner und einem regen Vereinsleben können wir aufwarten.“

„Fähre fährt künftig auch bei Hochwasser“ 

Gänserndorfs Pfarrer Eduard Schipfer lässt den Ausgang der Volksbefragung ebenso nicht unkommentiert, spricht angesichts einer fehlenden Brücke zu den slowakischen Nachbarn von einer „Schande, 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs“. SP-Bürgermeister Robert Meißl pflichtet dem prinzipiell bei, erläutert aber, dass die Fähre, wie ihm auch schon NÖ-Verkehrsexperte Friedrich Zibuschka bestätigt hätte, verbessert wird.

Bislang sperrte diese bei einem March-Pegelstand von 3,20 Metern zu. Künftig solle man auch bei erhöhtem Pegelstand (die meisten Hochwasser würden sich zwischen 3,20 und 4,20 Metern bewegen) übersetzen können. Auf Angerner Seite seien dazu Asphaltierungsarbeiten in der Senke vor dem Anlegeplatz nötig, auf slowakischer Seite müsste ein Mast nach vorne versetzt werden. Jedenfalls sei für die nächsten Wochen eine Sitzung geplant, konkrete Planungen sollen danach beginnen.

„Sieg für die Verhinderung“

Schultes spricht indes von einem „Sieg für die Verhinderung“ und wirft Brei vor, keinerlei Verantwortung für die 800 Pendler zu zeigen, die über die March fahren müssen: „Wenn die Angerner Roten damit zufrieden sind, dass es in Angern genug Möglichkeiten gibt, Geld auszugeben und nicht verstehen, dass Geld auch erwirtschaftet werden muss, zeigt das Verantwortungslosigkeit. Wir Bürger der Region werden uns nie wieder wundern, warum bei uns der Wohlstand langsamer wächst als anderswo.“ Trotzdem: „Angern hat gesprochen, das ist in der Demokratie hinzunehmen“, so Schultes.