Handymast in Nexing geplant: Bürger protestieren

Erstellt am 13. Juli 2022 | 05:55
Lesezeit: 3 Min
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Blick von ihrem Grundstück zur Baumgruppe, wo der Handymast errichtet werden soll.
Foto: privat
Anrainer in Nexing befürchten gesundheitliche Schäden durch Strahlen. Magenta Telekom kontert: „Laut Studien gibt es keine Gefahr.“
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Die geplante Errichtung eines Mobilfunkmastes lässt bei den Anrainern die Wogen hochgehen. Elisabeth Sikora-Fritsch ist eine von ihnen. Sie befürchtet gesundheitliche Risiken durch den nur 125 Meter von ihrem Lebensmittelpunkt entfernten Mast. Magenta Telekom verweist auf eine Versorgungsauflage und eine Studie des wissenschaftlichen Beirates Funk von 2021, laut dem eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen ausgeschlossen werden kann.

Sikora-Fritsch ist Anrainerin und über die Errichtung des Mobilfunkmastes in ihrer unmittelbaren Umgebung alles andere als begeistert: „Warum muss unbedingt ein Standort gewählt werden, der so unmittelbar beim Wohngebiet liegt? Zudem erfolgte keinerlei Information, Aufklärung oder Einbindung der Anrainer.“

Wie Sikora-Fritsch der NÖN mitteilte, wäre ursprünglich die Positionierung am Postweg angedacht gewesen. „Ich finde es zynisch, den nächstmöglichen Standort zu wählen, der den gesundheitlich größten Schaden verursacht, nur weil man nicht ein paar Meter Kabel mehr verlegen will“, ist sie empört. Für sie gäbe es genug Alternativen weiter weg vom Wohngebiet.

Die Anrainerin befürchtet weiters eine Entwertung ihrer Liegenschaft, verweist auf die Richtlinie für Abschläge wegen Elektrosmog von 6 bis 15 Prozent und fordert einen entsprechenden Ausgleich ebenso wie für die Kosten für Schutzvorrichtungen an ihrem Haus vor der Strahlung. „Der Bau von Windrädern westlich von Nexing wurde meines Wissens verhindert, um die naheliegenden Teiche landschaftlich zu schützen. Und wer schützt uns? Da sollten doch die gleichen Argumente gelten“, bringt Sikora-Fritsch vor.

„Müssen alle mit Netz versorgen“

Pressesprecher Lev Ratner von Magenta Telekom meint auf Anfrage der NÖN: „Wir sind verpflichtet, jedes Wohnhaus der Gemeinde mit Mobilfunk zu versorgen. Bei der Standortwahl wurde eine Baumgruppe berücksichtigt, die den Mast optisch verdeckt. Nach Prüfung und Bewertung aller lokalen Einflussfaktoren gibt es damit die größte Schnittmenge aller Interessen. Selbstverständlich werden alle Vorgaben und Vorschriften eingehalten.“ Ursprünglich sollte der Mast im Bereich des alten Steinbruches entstehen. „Wegen vieler baulicher Maßnahmen musste jedoch ein alternativer Standort westlich der Gemeinde gewählt werden“, erklärt Ratner.

Zur gesundheitlichen Gefährdung verweist er auf die ausführliche Studienlage und einen Bericht des wissenschaftlichen Beirates Funk aus dem Jahr 2021, wonach eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen ausgeschlossen werden kann. „Wenn es einen negativen Einfluss gibt, dann sind das bewusst gestreute Falschinformationen, die Menschen, die dafür empfänglich sind, Sorgen bereiten“, so Ratner in seiner Stellungnahme.

Doch auch Sikora-Fritsch kann mit Studien aufwarten, unter anderem vom Bayerischen Landesamt für Umwelt: „Schon erstaunlich, dass eine staatliche Stelle eine solche Schrift herausbringt, wo doch immer behauptet wird, dass Mobilfunkstrahlung unschädlich ist“, will Sikora-Fritsch damit dem Argument der Verschwörungstheorie entgegenwirken.

ÖVP-Bürgermeisterin Angela Baumgartner ist alles andere als glücklich mit der Situation: „Wenn der Bauantrag den Vorschriften entspricht, müssen wir das genehmigen. Die Betriebsgenehmigung liegt beim Bund, da hat die Gemeinde nichts mitzureden.“ Die Bauverhandlung hat bereits stattgefunden, der Bauwerber rückt laut Sikora-Fritsch keinen Millimeter von seinem Plan ab. „Es ist traurig, dass es Gesetze gibt, gegen die der Bürger so machtlos ist“, so die Anrainerin.

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