AMS Gänserndorf: Kaum offene Stellen. Besonders Langzeitarbeitslose haben derzeit Probleme, eine Beschäftigung zu finden.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 11. Oktober 2020 (03:46)
Symbolbild
APA (Pfarrhofer)

Ende September waren beim AMS Gänserndorf 4.423 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 732 oder 19,8 % mehr als vor einem Jahr (NÖ: 55.233 Vorgemerkte, +21,6 %). Der Höchststand der Arbeitslosigkeit nach dem Corona-Lockdown Ende April konnte um fast 1.500 Vorgemerkte abgebaut werden (Stand Ende April: 5.872). Die Lage bleibt aber angespannt.

AMS-Chef Georg Grund-Groiss: „Langzeit-arbeitslosigkeit bereitet derzeit Sorgen.“
NÖN

„Traditionell wird bei uns im Bezirk der saisonale Tiefststand der Arbeitslosigkeit im September erreicht. So auch heuer, allerdings verbunden mit der Unsicherheit über bevorstehende Insolvenzen oder die mögliche zweite Welle eines Rückgangs der Wirtschaftstätigkeit“, analysiert AMS-Geschäftsstellenleiter Georg Grund-Groiss.

Schlecht sieht es hingegen bei den Langzeitarbeitslosen aus: 1.179 Personen waren mit Stichtag Ende September bereits länger als ein Jahr arbeitslos vorgemerkt. Das ist ein Plus von 274 Personen oder 30,3 % (NÖ: +30,8 %). Grund-Groiss weiter: „Wir setzen alle verfügbaren Instrumente von der Qualifizierung bis zu den betrieblichen Eingliederungsbeihilfen ein. Patentrezepte, um die weitere Verfestigung von Arbeitslosigkeit in einer solchen Krise zu verhindern, gibt es keine.“

Ende September waren beim AMS Gänserndorf 405 offene Stellen gemeldet, um 101 oder 20 % weniger als vor einem Jahr. Stillstand herrscht am Arbeitsmarkt aber keineswegs: Allein im September wurden 554 Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit gezählt, um 87 oder 18,6 % mehr als im September des Vorjahres, darunter 39 Arbeitsaufnahmen von langzeitarbeitslosen Personen (+6 oder +18,2 %).

Auch am Lehrstellenmarkt gibt es gleichzeitig Licht und Schatten. Die Zahl der Ende September beim AMS Gänserndorf gemeldeten offenen Lehrstellen stieg gegenüber dem Vorjahr von 20 auf 25. 13 gemeldete Lehrstellen konnten im September besetzt werden. Demgegenüber stehen allerdings 106 Lehrstellensuchende, um 14 mehr als vor einem Jahr.

„Überbetriebliche

Lehrausbildung richtig“

„Noch nie war die überbetriebliche Lehrausbildung des AMS so richtig wie jetzt in der Krise“, berichtet Grund-Groiss. Das AMS steigert im Ausbildungsjahr 2020/21 die Kapazitäten um 30 % auf österreichweit 14.600 Plätze (150 Plätze für das AMS Gänserndorf).

Personen, die trotz aller Bemühungen keine Lehrstelle in einem Unternehmen finden bzw. eine betriebliche Lehre abgebrochen haben, können ihre Lehre in einer Schulungseinrichtung beginnen. Die überbetriebliche Lehrausbildung erfolgt in der Schulungseinrichtung selbst oder in einem kooperierenden Unternehmen.

Lehrlinge in der überbetrieblichen Lehrausbildung sind rechtlich anderen Lehrlingen gleichgestellt, bekommen eine Ausbildungsbeihilfe und besuchen die Berufsschule. Die überbetriebliche Lehrausbildung dauert schließlich so lange, bis eine Person dann auch eine Lehrstelle in einem Betrieb gefunden hat.