Historiker Anton Hofer ist der Geschichte auf der Spur. Auch während der Pandemie lehnte sich Historiker Anton Hofer nicht zurück. Er konnte mit seinem Team höchst interessante Details aus der Vergangenheit Matzens zutage fördern.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 15. Februar 2021 (03:27)
Historiker Anton Hofer arbeitet auch im Lockdown historisch Bedeutsames auf.
Mauritsch

Das Corona-Jahr zeigte Auswirkungen auch auf das Team des Archivs Matzen. Trotzdem konnten wichtige Themenkreise wie die Suche nach Original-Matzen-Belegen in alten Urkunden oder Matzner Familiennamen erfolgreich weiterbetrieben werden. Zudem verstärken Hannelore Kumhofer und Hannah Landgraf das Archivteam.

Ein Mammutprojekt ist die Sammlung alter Matzner Familiennamen. Mit den neu erfassten Aufzeichnungen in alten Urkunden, insbesondere der von 1555, stieg die Zahl der Nennungen auf 43.603. Alle finden sich auf 1.161 Seiten abgedruckt im großen Werk „Matzner Familiennamen“. Das zentimeterdicke Buch gibt es allerdings nur als Unikat und kann im Archiv eingesehen oder digital abgerufen werden.

„Wir konnten viele Matzner Namen nachweisen.“ Anton Hofer, Historiker

Besagte Urkunde aus 1555 ist ein detailreicher Kaufvertrag, mit dem die Herrschaft Matzen von den Hausern in den Besitz der Herbersteins überging und enthält eine genaue Schilderung aller Matzner Besitzenden – ein unglaublicher Schatz für den Historiker und Archivleiter Anton Hofer: „Nicht nur, dass wir damit eine Vielzahl von Matzner Namen nachweisen konnten, die Urkunde beweist auch, dass die ,Veste Mazen‘ vor dieser Zeit auch ,Prünnstein‘ geheißen hat.“

Die Suche nach alten Originaldokumenten ist alles andere als einfach. „Viel konnten wir in Kooperation mit dem NÖ Landesarchiv erreichen. Mein besonderer Dank gilt hier Gerald Krautsieder, der unter anderem zum Auffinden der Original Matzner Marktrechtsurkunde wesentlich beitrug“, berichtet Hofer. Dabei kommt oft Erstaunliches zutage. So verlieh Kaiser Matthias 1614 in Prag dem Herrschaftsinhaber Adam Freiherr zu Herberstein Mazcen das Recht, jährlich am Tag der Kreuzerhöhung (14. September, Anm.) einen Jahrmarkt und jeden Donnerstag einen Wochenmarkt abzuhalten.

Weitere 15 Publikationen kamen im Jahr 2020 dazu, darunter ein historisches Lexikon, das in Ergänzung der bereits erschienenen Publikationen zu diesem Thema mit bemerkenswerten Belegen aus historischen Quellen Fragen zum früheren Leben in den Orten der Region beantwortet. Ebenfalls digital aufgearbeitet wurden die Matrikelbücher der Pfarre. Warum in einem handgezeichneten Ortsplan allerdings der Meierhof als „Frauenhaus“ bezeichnet wird, konnte bislang nicht geklärt werden.

Das Archiv ist weiter auf der Suche nach Bildern von „Getreide-Mandeln“, zum eisernen Vorhang und zu SMV-OMV. „Auch Bilder von schlechter Qualität sind sehr aussagekräftig und wertvoll“, hebt Hofer hervor. Anerkennung für die Arbeit des Archivteams gibt es von ÖVP-Bürgermeister Stefan Flotz: „Hier wird ein großer Schatz an Wissen und Materialen über unseren Heimatort bewahrt.“