Unverschuldet in Not: Lions halfen. Michael Stadler ist nach Blutvergiftung auf den Rollstuhl angewiesen. Nach Jobverlust kamen finanzielle Probleme – nun halfen die Gänserndorfer Lions.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 21. März 2018 (05:00)
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Die „Löwen“ Edmund Wiesinger, Helmut Legat, Präsident Heinz Kamensky und Hermann Rath (hinten, v.l.) mit Michael Stadler.
Mauritsch

Michael Stadler hatte einen guten Job, sein ganzes Leben gearbeitet und sein Auskommen. Bis ihn das Leben auf dem falschen Fuß erwischte – und zwar wortwörtlich. Jetzt sitzt er im Rollstuhl, ist auf fremde Hilfe angewiesen und bezieht Invaliditätspension in bescheidener Höhe. Ein „rettender Engel“ und die Lions Gänserndorf linderten nun die größte Not.

Eine lächerliche Blase am Zeh rief eine Blutvergiftung hervor, das Bein war nicht mehr zu retten und musste kurz unterhalb des Knies abgenommen werden. Für den gebürtigen Mistelbacher war nichts mehr wie vorher. Eben erst kam er aus beruflichen Gründen wieder ins Weinviertel zurück, hatte sich eine schöne Genossenschaftswohnung genommen und diese ansprechend eingerichtet.

„Ich habe all mein Erspartes in diese Wohnung gesteckt, weil ich hier den Rest meines Lebens verbringen möchte. Ich war zuversichtlich, ich konnte ja verdienen“, so der 53-Jährige. Zu der Blutvergiftung kamen Schlaganfall und Herzerkrankungen – Arbeit weg, kein Geld mehr, dazu jede Menge Investitionen wie eine barrierefreie Dusche und vieles mehr.

"Man kommt sehr schnell in diese Spirale"

Am Ende war das Konto überzogen, Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden. „Man kommt sehr schnell in diese Spirale“, möchte Stadler gar nicht mehr an diese Zeit denken. Doch dann passierte zweierlei: Zuerst griff seine Bankbetreuerin Doris Reichl zum Telefon und rief statt einem Anwalt die Lions Gänserndorf an. „Da mussten wir was machen“, erinnert sich Präsident Heinz Kamensky an das Gespräch.

Und das geschah auch – das Konto wurde abgedeckt, sogar ein kleines Plus ging sich noch aus. Beim Überbringen der freudigen Nachricht hatten die Löwen noch einen Laptop als Draufgabe mit. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin schlichtweg überwältigt. Das Internet ist mein Tor zur Außenwelt“, so Stadler, der trotz all dieser Schicksalsschläge seinen Humor nicht verloren hat.