Mauswiesel Lilly gerettet: Erholung in Haringsee. Das unterkühlte Jungtier wurde gerettet, kann sich jetzt erholen - und ist der neue Herzensbrecher der EGS Haringsee (Bezirk Gänserndorf).

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 07. Juni 2017 (12:02)

Völlig ausgekühlt, nass und schwach lag das Mauswiesel-Baby in der Wiese. In letzter Sekunde konnte das Tier gerettet und in die von VIER PFOTEN geführte EGS Haringsee gebracht werden. Das Muttertier hatte es offensichtlich verloren, wahrscheinlich bei einem Quartierwechsel.

„Das kleine Mauswiesel-Weibchen wurde ausgerechnet im Garten des Waldviertler Sommerhäuschens von Dr. Hans Frey, dem wissenschaftlichen Leiter der EGS Haringsee, gefunden“, berichtet VIER PFOTEN-Expertin Brigitte Kopetzky. „Nach ihrem Zustand zu schließen, war sie schon länger alleine – und viel länger hätte sie auch nicht mehr ausgehalten. Dr. Frey hat sie dann auch gleich in die EGS gebracht, wo sie erstversorgt und gewärmt wurde.“ Seither erholt sich der kleine Wieselwelpe erstaunlich schnell.

Das EGS-Team gab ihr den Namen Lilly. Und Lilly ist eindeutig der neue Herzensbrecher der Station. Kopetzky: „Sie ist wirklich entzückend und sprichwörtlich wieselflink: Man kann sie kaum einfangen, und Fotografieren ist eine echte Herausforderung.“

Mauswiesel werden auch im Erwachsenenalter nicht größer als ca. 20 cm und ernähren sich – daher der Name - hauptsächlich von Mäusen. Für Biobauern sind sie eine willkommene und wichtige Unterstützung. „Es ist gerade deshalb absolut unverständlich, dass diese herzigen kleinen Beutegreifer laut Jagdgesetzen in den östlichen Bundesländern Österreichs ohne Schonzeiten ganzjährig bejagt werden“, kritisiert Brigitte Kopetzky.

Info:

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2016 1.431 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen.

Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen  Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.