Gemeindeversammlung: Nahversorger soll bleiben. VP-Ortschef nimmt Caritas als Betreiber des Supermarktes in die Pflicht. Und: Kindergarten-Zubau soll Platz für zwei Tagesbetreuungsgruppen bieten.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 02. Dezember 2018 (04:11)
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Die Mitglieder des Gemeinderats versammelten sich zum Gruppenfoto, politische Querelen waren – zumindest offiziell – bei der Versammlung kein Thema.
Mauritsch

So rege war das Interesse an der Gemeindeversammlung schon lange nicht. VP-Bürgermeister Kurt Jantschitsch berichtete über Projekte und Tätigkeiten in der Gemeinde. Dabei hatte auch der neue Vizebürgermeister, Landwirt Leopold Strobl, seinen ersten offiziellen Auftritt zum Thema Güterwege.

Auch Bad Pirawarth wird den Kindergarten erweitern. Architekt Christian Mang präsentierte das Projekt. Der Zubau soll Platz für zwei Tagesbetreuungsgruppen und eine zusätzliche Kindergartengruppe bieten. Dazu kommen zwei Bewegungsräume, Platz wird auch für die abendliche Vereinsnutzung sein.

Eine Herausforderung ist die Verbindung des modernen Zubaus mit dem denkmalgeschützten Altgebäude. Der Baubeginn ist für den Frühsommer 2019 angesetzt, nach rund einem Jahr soll alles fertiggestellt sein. Natürlich wird sich die Gemeinde um die ELER-Förderung bemühen. An Gesamtkosten sind 2,5 Millionen Euro budgetiert.

Großes Thema war die Zukunft des Sparmarktes, da die Caritas aus dem Vertrag aussteigen will, aber derzeit noch kein neuer Betreiber gefunden wurde. Jantschitsch macht die Position der Gemeinde klar: „Wir haben damals rund 117.000 Euro an Förderung ausgezahlt unter der Bedingung, dass der Markt mindestens zehn Jahre besteht. Ich werde die Caritas sicher nicht aus dem Vertrag entlassen, wenn der Fortbetrieb nicht gesichert ist.“ Dem Ortschef ist sehr daran gelegen, einen Nahversorger in der Gemeinde zu erhalten.

Neuverlegung der Wasserleitung geplant

Ein Riesenprojekt ist die Neuverlegung der Wasserleitung, die im nächsten Frühjahr beginnen soll und die den Keimproblemen in diesem heißen Sommer geschuldet ist. Alle Brunnen werden im Verband nach Schrick geleitet, so kann eine einheitliche Qualität sichergestellt werden. Für das Vorhaben sind Kosten von 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Thema waren ebenso die Photovoltaikanlage beim Abwasserverband sowie der – Originalton Jantschitsch – „Sargnagel“ Infrastruktureinbauten am Oberen Berg.

Drei große Vorhaben brachte die Gemeinde heuer in trockene Tücher: Den Dorfplatz in Kollbrunn, das Feuerwehrhaus und die Promenade in Bad Pirawarth, wobei sich Jantschitsch einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen konnte: „Das Projekt war nicht unumstritten. Wenn ich heute sehe, wie sehr die Promenade genutzt wird, weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war.“ Im Anschluss stand der Ortschef auch noch für Fragen der Bürger bereit.