NÖN-Leserin warnt vor aggressiver Telefonwerbung. NÖN-Leserin aus der Gemeinde Bad Pirawarth berichtet von aggressivem Lockanruf eines angeblichen Stromanbieters.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 18. November 2020 (04:59)
Eine NÖN-Leserin aus Bad Pirawarth rät zu Vorsicht bei Werbeanrufen. Shutterstock/ Daisy Daisy
Eine NÖN-Leserin aus Bad Pirawarth rät zu Vorsicht bei Werbeanrufen.Shutterstock/ Daisy Daisy

Wer möchte nicht einen günstigen Stromtarif? Wenn das allerdings mit aggressiver Telefonwerbung einhergeht, ist Vorsicht geboten. Eine Leserin aus der Gemeinde berichtet von ihren Erfahrungen.

Das Telefon läutet. Die Anruferin fällt gleich mit der Tür ins Haus: „Sie können schon nächste Woche einen günstigeren Tarif haben!“ Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber die NÖN-Leserin ist vorsichtig – durchaus begründet, wie sich herausstellt. Denn sofort nach dem Lockruf „günstiger Stromtarif“ wollte die Anruferin persönliche Daten abgleichen, wissen, wie viele Personen im Haushalt leben und dergleichen mehr.

Rückruf erfolglos

Die Leserin griff ein und unterbrach die Anruferin: „Ich habe ersucht, mir ein Angebot schriftlich zukommen zu lassen, damit ich das in Ruhe ansehen und gegebenenfalls einen Termin mit einem Mitarbeiter vereinbaren kann.“ Sie fügte hinzu, sie werde ganz sicher nicht am Telefon irgendwelche persönliche Daten mit Personen abgleichen, die sie nicht kennt.

Das Ergebnis: Schweigen am anderen Ende der Leitung, dann wurde aufgelegt. Interessant dabei war, dass sehr wohl eine Anruferkennung im Display angezeigt wurde. Vielleicht weil auf anonyme Anrufer nur die wenigsten Menschen reagieren. Allerdings wenig verwunderlich: Ein Rückruf unserer Leserin resultierte in einer Tonansage. Die Nummer 01/6721439 ist nicht vergeben. Zu selbem Ergebnis kam die NÖN-Redakteurin bei ihrer Recherche.

„Festnetznummer wurde umgeleitet“

Der Anruf landete zwar am Mobiltelefon der Leserin. Sie vermutet aber: „Ich habe meine Festnetznummer auf das Handy umgeleitet. Die Anruferin wusste auch meine Adresse, möglicherweise ging der Anruf auf das Festnetz.“

Das ließ bei der Leserin die Alarmglocken schrillen: „Aus dem Anruf bei Festnetznummern könnte man darauf schließen, dass man es auf ältere Menschen abgesehen hat.“ Und sie fügt hinzu: „Geben Sie keinesfalls irgendwelche persönliche Daten am Telefon preis!“

Die Recherche der NÖN ergab: Der genannte Stromanbieter „E1 Erste Energie“ existiert, die Firmenadresse ist in Wien. Es handelt sich um eine Niederlassung der Europazentrale von First Energy AG in der Schweiz. „E1 Erste Energie“ ist eine Marke von First Energy. Als Kontakttelefonnummer weist die Homepage im Impressum eine 0800-Nummer aus.

Eine telefonische Kontaktaufnahme der NÖN-Redaktion endete bei einer zwar freundlichen, allerdings uninformierten Call-Center-Mitarbeiterin. An eine Pressestelle konnte nicht verbunden werden. Wer für Nachfragen zuständig sei, wisse man nicht. Auf eine E-Mail-Anfrage langte bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ein.

14-tägiges Rücktrittsrecht nicht verstreichen lassen

Bei der AK Niederösterreich sind Werbeanrufe in Zusammenhang mit Energieverträgen nichts Neues. „Es gab schon einige Male Beschwerden. Da kommt dann nach dem Begrüßungsschreiben gleich die erste Mahnung“, sagt Horst Krumholz von der Konsumentenstelle.

Wichtig sei, sich zu informieren und das 14-tägige Rücktrittsrecht nicht verstreichen zu lassen. Eine Kontrolle des Energiepreises sei ebenfalls zu empfehlen. Und auch das Lesen der Geschäftsbedingungen kann laut dem Experten von Vorteil sein.

Umfrage beendet

  • Wurdet ihr schon einmal Opfer aggressiven Telefon-Marketings?