Viruserkrankung tötet zwei Jagdhunde

Tierärztin Sigrid Helperstorfer aus Bad Pirawarth (Bezirk Gänserndorf) in Sorge: Die von Schweinen übertragene Aujeszkysche Krankheit kostete zwei Hunden im Bezirk Mistelbach das Leben.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:45
Lesezeit: 2 Min
Tierärztin Sigrid Helperstorfer mit Hündin Irene.
Tierärztin Sigrid Helperstorfer mit Hündin Irene.
Foto: privat

Einige Fälle der Krankheit „Morbus Aujeszky“ bereiten Hundehaltern große Sorgen. Zwei befallene Hunde mussten in den letzten beiden Wochen eingeschläfert werden. Die Viruserkrankung verläuft bei allen befallenen Tierarten – außer bei Schweinen – tödlich. Menschen sind nicht gefährdet.

Tierärztin Sigrid Helperstorfer aus Bad Pirawarth im Gespräch mit der NÖN: „In den letzten Wochen gab es zwei Todesfälle bei Jagdhunden. Beide dürften sich im Bezirk Mistelbach infiziert haben. Wie wir aber alle wissen, kennen Viren keine Bezirks- oder Landesgrenzen.“ Die Aujeszkysche Krankheit ist primär eine Viruserkrankung der Schweine. Jedoch können auch Hunde, Katzen und praktisch alle anderen Haussäugetiere daran erkranken. Es gibt weder eine entsprechende Impfung noch Heilung.

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Die Symptome ähneln jenen der Tollwut, weswegen die Krankheit oft als Pseudowut oder Pseudorabies bezeichnet wird. Menschen sind aber nach Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nach derzeitigem Wissensstand nicht für die Infektion empfänglich. Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und sechs Tagen. Infizierte Tiere zeigen unstillbaren Juckreiz, der bis zur Selbstverstümmelung reicht.

Auch Fieber, Erbrechen und Durchfall kommen häufig vor. Im Endstadium kommen dann neurologische Symptome, Lähmungen und Krämpfe hinzu.

Als Hauptwirt gilt das Wildschwein

Helperstorfer appelliert an die Tierbesitzer: „Verfüttern Sie kein rohes Schweinefleisch, lassen Sie Ihre Jagdhunde nicht an die Strecke oder an den Aufbruch!“ Wie die AGES auf ihrer Webseite informiert, betrifft Morbus Aujeszky vor allem Wildschweine. Im Hausschweinbestand kommt die Erkrankung in Österreich bislang nicht vor, wäre dort aber meldepflichtig. Die meisten Tiere infizieren sich nach direktem Kontakt mit Schweinen oder nach der Aufnahme von Fleisch oder Innereien von infizierten Schweinen.

Zur Vorbeugung werden jährlich serologische Überwachungsprogramme durchgeführt. Hunde, Katzen, andere Fleischfresser und Wiederkäuer sind sogenannte Fehlwirte, in denen sich das Virus nicht weiterentwickeln kann. Demnach spielen sie zwar bei der Verbreitung des Virus kaum eine Rolle, ein Befall endet jedoch für das betroffene Tier immer tödlich.