Nordbahn wird attraktiver. Bahnhof Jedenspeigen bleibt erhalten. Außerdem sollen in Zukunft mehr Züge fahren.

Von Vera Coursolle. Erstellt am 17. Oktober 2020 (04:13)
Projektleiter Gernot Scheuch, VP-Bürgermeister Reinhard Kridlo sowie Projektkoordinator Markus Hasler.
Coursolle

Kürzlich luden die Österreichische Bundesbahnen Infrastruktur AG und VP-Bürgermeister Reinhard Kridlo die interessierte Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung ins Schloss ein, um sich über den geplanten Streckenausbau der Nordbahn (von Wien Süßenbrunn bis Bernhardsthal nächst der Staatsgrenze, etwa 66 km lang) zu informieren.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen konnte die Veranstaltung nur mit Online-Vorreservierung besucht werden. Der Einlass war jeweils nur zehn Personen eine halbe Stunde gestattet. Anhand zahlreicher Infowändekonnte man sich ein gutes Bild verschaffen. Bei Bürgerfragen stand die Projektleitung Rede und Antwort. Insgesamt arbeiten am Gesamtprojekt gut 90 Fachexperten.

Was erwartet die Pendler künftig? Man darf beruhigt sein: Der Bahnhof Jedenspeigen wird trotz aller Unkenrufe nicht aufgelassen. Die Station kann am jetzigen Standort dann allerdings nur noch von Fußgängern und Radfahrern überquert werden. Der Bahnhof erhält barrierefreie Zugänge, Wegleit- sowie Informationssysteme für Reisende.

Brücke zwischen Jedenspeigen und Sierndorf geplant

Für den motorisieren Individualverkehr ist eine Brücke zwischen Jedenspeigen und Sierndorf geplant. Mit den Grundbesitzern wurde bereits im Zuge einer Grundbedarfsinformationsveranstaltung gesprochen. Ziele des Projekts sind die Modernisierung der Bahnhöfe entlang der Strecke, Barrierefreiheit, Fahrzeitgewinn, die Verstärkung des S-Bahn-Takts, Lärmschutz sowie die Auflassung der Eisenbahnkreuzung für mehr Sicherheit. Geplant ist zudem eine Erweiterung der Park&Ride-Anlage sowie der Bike&Ride-Anlagen am gesamten Streckenabschnitt.

Derzeit ist man mit der Abklärung der Untergrund- und Grundwasserverhältnisse zur Ermittlung des benötigten Fundaments sowie der Prognose und Bestandsaufnahme der mit dem Projekt zusammen hängenden Emissionen beschäftigt. Auch das Thema Schallschutz stellt einen wesentlichen Punkt dar. Die Umweltverträglichkeitserklärung sowie sämtliche Projektunterlagen sind zu Beginn des Verfahrens mindestens sechs Wochen lang in den Gemeinden zur Einsichtnahme aufgelegt.

Die Nordbahnstrecke wird mit zahlreichen sanierten Bahnhöfen aufwarten – eine gute Nachricht für Pendler.
ÖBB