Dürre bedroht die Ernte im Marchfeld. Um Kulturen zu schützen, fordern Landwirte, dass das Grundwasser mit Wasser vom Marchfeldkanal angereichert wird.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 13. Mai 2020 (04:29)
Symbolbild

Neben fehlenden Arbeitskräften und Schädlingen macht die Trockenheit den Landwirten zu schaffen: „Es gab seit 1. März keine nennenswerten Niederschläge, es wird zwar aus allen Rohren bewässert, die Situation ist aber für manche existenzbedrohend“, warnt Bezirksbauernkammer-Obmann Manfred Zörnpfenning.

Bezirksbauernkammer-Obmann Manfred Zörnpfenning bereitet die anhaltende Trockenheit große Sorgen.
NÖN-Archiv

„Die Grundwasserbewirtschaftung des Marchfeldkanals muss aktiviert und flexibler werden“, fordert er. Eine Änderung der Betriebsverordnung sei nötig: „Wann, wenn nicht jetzt? Selbst mein 88-jähriger Vater hat so eine Trockenheit noch nie erlebt“, so Zörnpfenning.

Marchfeldkanal-Geschäftsführer Wolfgang Neudorfer versteht die Sorgen der Bauern, ist aber in einer Zwickmühle: „Wenn wir das Grundwasser anreichern, besteht die Gefahr der Vernässung von Tiefbauten.“ Betroffen seien etwa 400 Keller, die zu tief liegen. Neudorfer erklärt: „Es gibt einen Schwellenwert des Grundwassers; erst, wenn dieser unterschritten wird, können wir das machen.“ Es gäbe aber die Möglichkeit, Oberflächenwasser aus dem Marchfeldkanal zu beziehen, was auch schon viele Landwirte tun.