Gasexplosion in Baumgarten: Zwölf Angeklagte vor Gericht

Zwölf Angeklagten wird fahrlässige Herbeiführung des Unglücks vorgeworfen.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:11
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Bei der Gasexplosion am 12. Dezember 2017 starb ein 32-jähriger TÜV-Techniker. 22 weitere Personen wurden damals verletzt.
Foto: Smax

Es war der verheerendste Unfall im Bezirk in den vergangenen Jahren: Die Explosion in der Erdgasstation Baumgarten am 12. Dezember 2017. Sie forderte ein Todesopfer sowie 22 Verletzte. Das Unglück hat nun ab 23. November ein gerichtliches Nachspiel: Zwölf Angeklagten wird fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst mit Todesfolge vorgeworfen. Vier Firmen, die die Beschuldigten beschäftigen, drohen Geldbußen.

„Der Unfall resultiert aus unklaren Zuständigkeiten, mangelhaften Anweisungen und fehlender Dokumentation"

Am Landesgericht Korneuburg sind für den Prozess zwölf Verhandlungstage angesetzt. Im Fall eines Schuldspruchs in beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre. „Der Unfall resultiert aus unklaren Zuständigkeiten, mangelhaften Anweisungen und fehlender Dokumentation sowie aus dem großen Vertrauen, das die einzelnen Akteure aufgrund langjähriger Erfahrung in ihre Partner hatten“, heißt es im Strafantrag. Und weiter: „Die beteiligten Unternehmen und Personen vertrauten einander blind. Sie verließen sich aufeinander, ohne genau zu wissen, wer eigentlich wofür zuständig ist – eine tödliche Kombination.“

Im Zentrum des Prozesses steht ein sogenannter Filterseparator. Dieses Gerät soll im Herbst 2017 in die Anlage in Baumgarten unsachgemäß, weil ein Bauteil gefehlt haben soll, installiert worden sein. Auch bei späteren Kontrollen durch technische Experten des TÜV soll der Fehler, der schließlich zum Unglück führte, nicht erkannt worden sein.