1,50€ für Asylwerber: Flüchtlinge sind nicht mehr hier. Der Bezirk bleibt von der Idee des Innenministers unberührt: Flüchtlinge, die infrage kämen, gibt es nicht.

Von Nina Wieneritsch, Manuel Mattes, Michaela Fiala und Thomas Schindler. Erstellt am 03. April 2019 (05:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Asylwerber bei einer Hilfstätigkeit in einer Flüchtlingsunterkunft.
APA/Wolfram Kastl/dpa

FP-Innenminister Herbert Kickl lässt mit einem viel umstrittenen Vorschlag aufhorchen: Er will den Stundenlohn von Asylwerbern mit 1,50 Euro deckeln. Seine Begründung: Präsenzdiener sollen finanziell nicht schlechtergestellt sein. Dabei geht es um sogenannte Remunerantentätigkeiten, also Hilfstätigkeiten, die die Flüchtlinge für Bund, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände oder NGOs ausüben.

Die NÖN hörte sich im Bezirk Gänserndorf um. Dabei wurde klar: Kickls Vorstoß wird hier wohl keine Auswirkungen haben. Derzeit sind in keiner Gemeinde im Bezirk Asylwerber beschäftigt.

Das war aber nicht immer so, weiß SP-Gemeindevertreterverbands-Obmann Ludwig Deltl, der auch Bürgermeister von Strasshof ist: „Bei uns arbeiteten Asylwerber am Bauhof. Sie mähten den Rasen oder rächten Laub. Ein Afghane erhielt einen positiven Bescheid und ist mittlerweile fix bei der Gemeinde angestellt und auch sonst bestens ins Ortsleben integriert.“

„Bei uns leben keine Asylwerber mehr“

Derzeit seien keine Flüchtlinge mehr für die Gemeinde tätig, weil keine in Strasshof leben. Auch in Bad Pirawarth, der Gemeinde von VP-Gemeindevertreterverbands-Obmann und Bürgermeister Kurt Jantschitsch, sind momentan keine Asylwerber beschäftigt. Die zwei in der Gemeinde lebenden Flüchtlingsfamilien seien mittlerweile als Asylanten anerkannt.

Früher habe man angedacht, Flüchtlinge bei der Gemeinde anzustellen, so Jantschitsch. Diese Pläne seien aber schnell wieder über den Haufen geworfen worden. Wegen Deutschkursen in Wien, die immer vormittags um 9 Uhr stattfanden, hatten die Flüchtlinge keine Zeit für einen Aushilfsjob.