16-Jähriger vergriff sich an Wehrloser. Betrunkener Partygast begrapschte schlafende Gastgeberin: Der 16-Jährige kommt mit einer bedingten Strafe glimpflich davon.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 26. März 2018 (19:20)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
271 EAK MOTO/Shutterstock.com

Erschöpft von der ausgelassenen und alkoholintensiven Feier in ihrer neuen Wohnung im Bezirk Gänserndorf sank eine 18-Jährige im Mai vergangenen Jahres auf ihr Bett. Dass sich ein alkoholisierter Gast (16) dazulegte, will sie gar nicht mitbekommen haben. Schmerzen im Unterleib weckten die Weinviertlerin und der neben ihr liegende Bursche, ein alter Verehrer aus Teenagerzeiten, ließ sie Böses vermuten: „Hat der was gemacht?“

Der Verdacht der Weinviertlerin bestätigte sich nach einer medizinischen Untersuchung und der 16-Jährige räumte, zur Rede gestellt, dann ein, dass es zu Intimitäten gekommen sei.

„Sie gab nie zu erkennen, dass sie nicht möchte. Sie hat nie Nein gesagt oder sich gewehrt.“ 16-jähriger Angeklagter vor Gericht

„Ich habe keine Wehrlose missbraucht“, beteuert der nunmehr 17-jährige Weinviertler vor Gericht. Man habe sich geküsst, dann sei es Stück für Stück weitergegangen, einvernehmlich, behauptet er.

„Weitergegangen bis die Schlafende munter wurde und Ihnen einen Tritt verpasste“, kommentiert der Richter die leugnende Verantwortung des Angeklagten harsch.

Opfer: „Ich habe fest und tief geschlafen“

„Sie gab nie zu erkennen, dass sie nicht möchte. Sie hat nie Nein gesagt oder sich gewehrt. An einen Tritt kann ich mich nicht erinnern. Ich war auch alkoholisiert“, entgegnet der Weinviertler.

„Bei der Polizei haben Sie sich noch an einen Tritt erinnert, und Sie haben auch gewusst, dass die Gastgeberin alkoholisiert und schwer beeinträchtigt war“, entgegnet der Richter und konfrontiert den Weinviertler mit der belastenden Opferaussage: „Ich habe fest und tief geschlafen. Ich wollte sicher keine Intimitäten mit ihm.“

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren wird der Jugendliche wegen sexuellen Missbrauchs einer Wehrlosen zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Weiters muss er an das Opfer 1.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Nicht rechtskräftig.