24-jähriger Asylwerber hinter Gittern. Als Polizisten einen Ausweis zur Identitätsfeststellung verlangten, überkam Nigerianer (24) die Wut: Er teilte Schläge und Tritte aus. Nun wurde er verurteilt.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 04. Mai 2018 (04:35)
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„Das ist eine ganz normale Staatsbürgerpflicht. Auch jeder Österreicher muss sich bei Aufforderung von Polizisten ausweisen können“, kommentiert Richter Manfred Hohenecker harsch, als der angeklagte Asylwerber (24) sich als Opfer präsentiert und über das schikanöse Vorgehen der Gesetzeshüter in Gänserndorf am 10. Februar dieses Jahres zu lamentieren beginnt.

Richter Manfred Hohenecker.
Hahslinger

Und der Strafrichter warnt den 24-Jährigen auch davor, sich zu verleumderischen Aussagen hinreißen zu lassen. „Wenn Sie über die Beamten herziehen und falsche Angaben machen, folgen schwere Konsequenzen. Es geht nicht an, auf Polizisten einzuschlagen und hinzutreten, nur weil sie einen Ausweis sehen wollen“, meint der Richter zu dem uneinsichtigen Beschuldigten.

Schlussendlich ringt sich der Nigerianer zu einem „Tut mir leid“ durch. Die Einsicht kommt allerdings zu spät: Richter Manfred Hohenecker verurteilt den 24-Jährigen wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe: sieben Monate, davon zwei Monate unbedingt. Das Urteil ist rechtskräftig.