3.750 Geldstrafe für Kinderpornos. „Schon der Besitz eines pornografischen Kinderfotos ist verboten“, klärt Strafrichter auf.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 20. September 2018 (05:16)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Operation gegen Kinderpornos
APA (dpa)

„Das passiert automatisch. Auf einmal habe ich die Bilder am Handy gehabt. Ich habe doch nur mit Leuten gechattet“, beteuert der 25-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf vor Gericht.

„Und warum haben Sie die Bilder – eindeutig sehr junge Darstellerinnen – nicht sofort gelöscht, sondern auch noch auf Ihr Notebook überspielt?“, hakt der Richter nach und nimmt dem Weinviertler die Rolle des naiven und übertölpelten Internet-Users nicht ab.

Dieser gibt den Besitz pornografischen Materials zwar zu, will die Aktbilder der minderjährigen Darstellerinnen aber übersehen oder gar nicht bemerkt haben: „Ich habe die meisten geschickten Bilder gar nicht angeschaut“, beteuert er.

"Ein Übersehen ist wenig glaubhaft"

Es gehe nicht um einige wenige Bilder, die beim flüchtigen Betrachten durchrutschen können, so der Richter und meint: „Wir befinden uns im dreistelligen Bereich von Pornobildern und ziemlich viele davon sind mit minderjährigen Darstellerinen. Ein Übersehen ist wenig glaubhaft.“

„Ich habe keine pädophile Neigung. Es tut mir sehr leid. Es war Blödheit aus Neugierde“, gesteht der einsichtige 25-Jährige letztlich ein. Der bislang unbescholtene Weinviertler wird zu 3.750 Euro Geldstrafe verurteilt. Nicht rechtskräftig.