3G am Arbeitsplatz: Noch immer sind nicht alle geimpft

In den Firmen im Bezirk Gänserndorf wird nun streng kontrolliert. Problem: zu wenige PCR-Testangebote.

Erstellt am 10. November 2021 | 05:14
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Spar-Kaufmann Manfred Winter mit den zwei Mitarbeiterinnen Claudia Trenz und Silvia Beischlager. In seinem Markt ist das gesamte Personal geimpft.
Foto: Edith Mauritsch

Wie funktioniert eigentlich 3G am Arbeitsplatz in den Betrieben des Bezirks? Wie handhaben diese die Einhaltung der Regeln? Die NÖN hörte sich um.

Manfred Winter führt als selbstständiger Kaufmann den Spar-Supermarkt in Bad Pirawarth. 3G am Arbeitsplatz ist für ihn kein Problem, alle Mitarbeiter sind geimpft. „Es gab eine betriebliche Impfaktion des Konzernes, die Selbstständigen durften ebenfalls teilnehmen“, erinnert sich Winter. Dennoch machen alle freiwillig einmal pro Woche einen Selbsttest. Der Status wurde aufgenommen und ohne Namen dokumentiert. Winter geht davon aus, dass auch der dritte Stich vom Konzern organisiert wird.

Solange es Antigen-Tests gibt, wird man die Vorgaben erfüllen können.“
Robert Taibl Leiter Arbeiterkammer Gänserndorf

Gleich neben dem Spar-Markt befindet sich das Parkcafé von Andreas Weigner, Gattin Veronika ist Mitarbeiterin. „Wir haben bis jetzt den Antigentest daheim gemacht. Das war sehr praktisch“, berichtet Weigner. Die Änderung der Regeln sieht er problematisch: „Das PCR-Testangebot muss erhöht werden. Derzeit sind die Wege zu lang und die Öffnungszeiten der Apotheken passen nicht mit den unseren zusammen.“ Eine Impfung sei für das Ehepaar derzeit kein Thema. Auch hätten schon einige Gäste kundgetan, bei einer 2G-Regel nicht mehr zu kommen.

In der Gänserndorfer Arbeiterkammer wiederum sind alle fünf Angestellten geimpft, betont Chef Robert Taibl. Weiß er von Problemen bei 3G am Arbeitsplatz in privaten Betrieben des Bezirks? „Nein. Es dürfte alles funktionieren. Bei kleineren Firmen sind die Mitarbeiter schnell kontrolliert. Und auch bei größeren Betrieben können beim Eingang relativ rasch stichprobenartig Kontrollen durchgeführt werden.“

Bei 2G beginnt das Problem für Firmen

Taibl ortet lediglich ein Problem bei den PCR-Testmöglichkeiten: „Das Angebot hält sich nämlich in Grenzen. Solange es Antigen-Tests gibt, wird man die Vorgaben erfüllen können. Bei 2,5G wird es schon schwieriger und bei 2G hätten die Betriebe ein ernstes Problem.“

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Walter Rotter, Betriebsrats- vorsitzender in der Leopoldsdorfer Zuckerfabrik.
privat

Stichprobenartig wird am Eingang der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf kontrolliert. „Alle dürfen ja wegen des Datenschutzes nicht kontrolliert werden“, erklärt Betriebsratsvorsitzender Walter Rotter. 85 bis 90 Prozent der Mitarbeiter (Stammmannschaft) seien geimpft, weiß der Gewerkschafter. Die Zahlen kennt er deshalb so genau, weil in der Fabrik selbst geimpft wurde.

140 Personen gehören zur Stammmannschaft, dazu kommen noch 80 Kampagnenkräfte, die derzeit bei der Verarbeitung der Zuckerrüben aushelfen. Und was ist mit den Bauern, die die Rüben anliefern? Müssen die auch kontrolliert werden? Rotter: „Nein. Die befinden sich ja immer im Freien und steigen aus ihrem Traktor auch nicht aus. Da besteht keine Ansteckungsgefahr.“

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