63-Jährige daheim ein zweites Mal überfallen. Von Mithäftling erfuhr 33-Jähriger von Überfall auf betuchte Gänserndorferin. Er nutzte Hafturlaub für weiteren Raub: Arreststrafe!

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 23. Januar 2020 (05:52)
NOEN

Im Kremser Gefangenenhaus ging ein Insasse mit seiner Geschichte - einem Überfall auf eine vermögende Gänserndorferin, für die er eine elfjährige Strafe kassiert hat - hausieren. Der 33-jährige Mithäftling Peter G. hörte interessiert zu und dachte sich, wie er vor Gericht eingestand: „Da ist noch was zu holen.“

Am 18. Juli vergangenen Jahres nutzte er einen Haftausgang für einen Ausflug ins Weinviertel. Er fuhr mit dem Zug von Krems nach Gänserndorf und legte sich im Garten der 63-Jährigen auf die Lauer. Als die Antiquitäten- und Schmucksammlerin heimkam und für den Hund die Tür einen Spalt offenließ, drang G. ein. „Sie haben die Frau mit runtergelassen Hosen von der Klomuschel gerissen, bedroht und gezwungen, die Tresore zu öffnen.

Gänserndorferin ließ eine Videoüberwachung installieren

Das ist nicht nett“, kommentierte die Richterin die Beteuerung des Angeklagten, er habe sich gegenüber dem Opfer „nett“ verhalten und darauf geachtet, sie nicht zu verletzen. Um keine Spuren zu hinterlassen, ließ sich G. vom Opfer sogar die Wäsche waschen, und er reinigte die Fußböden. Was er nicht wissen konnte, war jedoch, dass die Gänserndorferin nach dem ersten Überfall eine Videoüberwachung installieren hatte lassen – und die lieferte dann eindeutige Beweise gegen den 33-Jährigen.

Der bereits mehrfach vorbestrafte Peter G. wurde von einem Schöffensenat wegen Raubes mit einer Beute von 21.000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von zumindest einer Million Euro zu einer neuneinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.