Abstimmen für Jungwinzer im Falstaff-Voting. Die NÖN sprach mit den Weinbauern Matthias Reckendorfer und Hannes Schweighofer, die es ins „Falstaff“-Voting geschafft haben.

Von Elisabeth Hess. Erstellt am 07. April 2021 (03:54)

Zehn niederösterreichische Nachwuchswinzer haben es ins „Falstaff-Jungwinzer-Voting“ geschafft. Zwei von ihnen kommen aus dem Bezirk Gänserndorf.

Die NÖN hat sich mit Matthias Reckendorfer aus Ollersdorf und Hannes Schweighofer aus Zistersdorf über ihr Handwerk und die Zukunftsziele unterhalten. „Frisch fruchtig und mit einer gewissen Langlebigkeit, die Freude beim Trinken bereitet“, beschreibt der 21-jährige Ollersdorfer seinen ersten Jahrgang, den er von der Ernte bis zur Abfüllung selbst hergestellt hat. Das Weinbauen hat er im Blut: Schon die Großmutter war Weinbäuerin, dann seine Mutter und seit 2019 führt Reckendorfer den Betrieb in dritter Generation weiter. Während der Schulzeit – Reckendorfer besuchte die HBLA in Klosterneuburg – absolvierte er Praktika in Deutschland, der Steiermark und in seiner Heimat, dem Weinviertel. Bevor es ins Geschäftsleben ging, machte der Ollersdorfer noch drei Monate einen Abstecher nach Neuseeland. „Ich wollte ganz woanders hin“, erzählt der Jungwinzer, „und Neuseeland ist ein interessantes Weinland.“ Dann kam die Corona-Krise und er flog mit dem letzten Rückholflieger zurück in seine Heimat. „Die Krise betrifft auch die Weinbauern“, meint er: „Viele beliefern die Gastronomie, die gerade stillsteht.“

Kreativität ist gefragt: Sein Bruder, der auch seine Homepage gestaltete, erstellte dann mit ihm einen Onlineshop. „Der funktioniert sehr gut. So viel wie im letzten Jahr haben wir noch nie verschickt“, erzählt der Weinbauer. Für das nächste Jahr hat sich Reckendorfer vorgenommen, den Weingarten für Sekt auszupflanzen. An den Rotwein möchte er sich auch herantasten. Das oberste Ziel sei aber die Qualitätssteigerung.

Etwa 20 Kilometer weiter produziert Hannes Schweighofer aus Zistersdorf Wein und Cider. Er besuchte ebenfalls die HBLA in Klosterneuburg, hat aber auch jede Menge von seinem Vater gelernt. Den Betrieb wird der Jungwinzer offiziell im Juli übernehmen. Hat er noch mit dreieinhalb Hektar Weinbaufläche begonnen, besitzt er nun acht: „Mein Ziel ist, dass ich 10 bis 15 Hektar Fläche habe und gut davon leben kann“, erzählt er im Gespräch mit der NÖN.

Spitzname „Schwoga“ als Logo verwendet

Wirft man einen Blick auf Schweighofers Weinetiketten, stellt man schnell fest, dass jede Flasche das Logo „Schwoga“ hat. „Das war schon der Spitzname vom Papa“, erklärt Hannes Schweighofer, „und ich wurde auch immer so genannt.“ Noch etwas steckt dahinter: „Den Namen Schweighofer gibt es häufig, den Schwoga-Wein gibt es nur einmal“, erklärt der Winzer stolz.

Auf die Herstellung des Ciders sei Schweighofer in der Schulzeit gekommen: „Wir haben das in der Schule durchgemacht und dann habe ich es selbst probiert.“ Sein Cider sei aber nicht so süß wie der industriell produzierte aus dem Supermarkt: „Meiner ist leicht zum Trinken“, so sein Urteil.

Wie würde Schweighofer seinen Wein beschreiben? „Unkompliziert, leicht und süffig“, meint er. In Zukunft möchte er „kräftigere und komplexere“ ausprobieren. Bis zum 12. April kann unter https://www.falstaff.at/nd/voting-oesterreichs-beliebteste-nachwuchs-winzer/ abgestimmt werden.