AK zog Bilanz: 2,5 Mio. für Beschäftigte. Reinhard Kosik und Kammerrat Walter Rotter zogen Bilanz über 2019. Etwa 35 Anfragen, meistens sozialrechtlicher Natur, werden täglich bearbeitet.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 01. März 2020 (06:03)
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Reinhard Kosik von der Bezirksstelle und Kammerrat Walter Rotter präsentierten im NÖN-Gespräch die Jahresbilanz der AK.
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Die Arbeiterkammer weist eine beeindruckende Jahresbilanz 2019 aus. Mehr als 2,5 Millionen Euro konnten die Spezialisten für die Arbeitnehmer einbringen. Entlohnung unter Kollektivvertrag, falsch berechnete Abfertigung oder auch Hilfestellung bei Insolvenzen – immer jedoch Geld, das den Menschen zusteht, wie Reinhard Kosik von der Bezirksstelle Gänserndorf betont.

35 qualifizierte Anfragen täglich werden bearbeitet und fast jede beginnt mit dem Satz: „Ich wollte schnell mal etwas fragen.“ So auch der Fall von Frau E. Nach dem Pflegeurlaub für ihr erkranktes behindertes Kind musste die Angestellte feststellen, dass sie fristlos entlassen war. Die AK intervenierte, schlussendlich konnte eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses und eine vergleichsweise Zahlung von 6.000 Euro erreicht werden.

Kosik rät dringend an: „Alle Vereinbarungen sollten schriftlich getroffen werden, vor allem bei der Beendigung des Dienstverhältnisses und eventuell noch durch die AK geprüft werden. Man muss nichts sofort unterschreiben.“ Wie auch bei Frau E. sind die häufigsten Fälle Probleme am Arbeitsplatz und in sozialrechtlichen Fragen.

Sprechtag zum Konsumentenschutz kommt gut an

Kammerrat Walter Rotter spricht die Problematik der richtigen Einstufung an: „Sind Mitarbeiter nicht ihrer Qualifikation nach eingestuft, verlieren alle. Natürlich der Arbeitnehmer, aber auch Krankenkasse und Finanzamt.“ Nachforderungen sind nicht „ewig“ möglich, hier greifen unter anderem Verfallsfristen im Kollektivvertrag.

Rotter ist nicht glücklich mit der derzeitigen Regelung der Abgabenprüfung durch das Finanzamt: „Es wird zwar die Zahlung geprüft, aber nicht, ob die Grundlage dafür richtig ist.“ Das soll zwar geändert werden, allerdings ist noch nicht bekannt wie. Rotter rät daher allen, die Unstimmigkeiten vermuten, zur Kontaktaufnahme mit dem Betriebsrat oder der Arbeiterkammer.

Zu den Einzelberatungen kommen auch zahlreiche Veranstaltungen und Referate in den Schulen. Hier wird der Schwerpunkt auf den Berufseinstieg gelegt. Gut werde auch der Sprechtag zum Konsumentenschutz angenommen. Und weil auch feiern dazugehört, wird das jährliche Familienfest diesmal am 7. Juni in der Gemeinde Hohenau stattfinden.