Alarm: Betrüger lauern im Netz. Polizei warnt: Fake-Mails von „Behörden“, „Firmen“ und einem angeblichen amerikanischen Soldaten.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 18. Juli 2018 (05:04)
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Das größte Problem seien Betrüger-Homepages, die Produkte billig anbieten, diese aber nie liefern, betont Reichl: „Da sind schon viele Mitbürger im Bezirk eingefahren.“Shutterstock/Alexander Geiger
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In der Region treiben wieder einmal Internet-Betrüger verstärkt ihr Unwesen. Eines der Beinahe-Opfer ist der ehemalige VP-Gemeinderat und Präsident des Kulturvereins „Forum Marchfeld“ Franz Ehart. Der Gänserndorfer durchschaute aber den Schwindel und warnt nun alle anderen.

Ehart: „Ich bekam ein E-Mail, vermeintlich vom Finanzministerium. Dort hieß es, dass ich eine Rückzahlung erhalte, aber es Probleme mit meinen Kontodaten gebe. Ich sollte diese erneut elektronisch übermitteln. Das kam mir komisch vor.“ Ehart druckte das Mail aus und schickte es dem Finanzamt Gänserndorf. Dieses bestätigte, dass der Text von Betrügern stammt, die an die Daten ihrer Opfer kommen wollen, um deren Konten leerzuräumen.

"Die sind sehr gefährlich"

Auch Gerald Reichl, oberster Kriminalist im Bezirk, kennt die beschriebene Masche. Er hat sogar selbst so ein Mail erhalten: „Das sah wirklich echt aus.“ Sein Ratschlag: „Nie per Mail irgendwelche Kontodaten hergeben. Keine richtige Bank, Versicherung oder Behörde würde dies jemals verlangen.“ Besonders vorsichtig solle man auch bei sogenannten ZIP-Dateien sein: „Die sind sehr gefährlich. Darin kann sich Schad-Software verstecken, die den ganzen Computer lahmlegt.“

Was war eigentlich der letzte spektakuläre Betrugsfall im Bezirk? Reichl: „Eine alte Dame wurde angeschrieben. Ein Mann erklärte, dass er amerikanischer Soldat und derzeit in Afghanistan stationiert sei. Er werde versetzt und habe Angst, dass dabei seine persönlichen Wertgegenstände verloren gehen.“

Chef-Kriminalist Gerald Reichl: „Nie per Mail irgendwelche Kontodaten hergeben.“
NÖN

Der „Soldat“ fragte die alte Dame, ob er ihr ein Paket mit seinen Sachen schicken könne und sie darauf aufpassen würde. Reichl: „Die gutgläubige Frau willigte ein.“ Um das Paket übernehmen zu können, müsse die alte Dame 7.400 Euro überweisen. Das Geld würde sie dann zurückbekommen. Fazit: Die 7.400 Euro sind weg, das Paket kam nie an und der „Soldat“ ist untergetaucht.

Reichl: „Das größte Problem sind aber Betrüger-Homepages, die Produkte billig anpreisen, diese aber nie liefern. Da sind schon viele Mitbürger im Bezirk eingefahren.“ Aktuelles Beispiel: Das neue iPhone wird auf dubiosen Seiten statt um reguläre 1.200 Euro um nur 400 Euro angeboten: „Die Leute bezahlen, bekommen aber natürlich nie das Gerät.“ Reichl abschließend: „Eigentlich müsste jedem klar sein, dass so ein günstiger Preis völlig unrealistisch ist.“

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