Anrainer-Familien im Ausnahmezustand. Richter hatte Mühe, die Mitglieder der zerstrittenen Familien in Zaum zu halten und für ein friedvolles Ende zu sorgen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 26. März 2019 (04:30)
TUMGUITARSOLO/Shutterstock.com
Symbolbild

Die aufgeheizte Stimmung unter den fünf Beschuldigten war im Gerichtssaal spürbar. Um keine Eskalation zu provozieren, vernimmt der Richter die zerstrittenen Anrainer-Familien getrennt.

Schimpftiraden und Morddrohungen

Nach gegenseitigen Schimpftiraden und Morddrohungen war es zwischen diesen zu handfesten Auseinandersetzungen gekommen: Der türkisch-stämmige Vater (59) schlug und trat mit seinem Sohn (38) auf das Mitglied (31) der verfeindeten Familie ein.

Der 31-Jährige blieb mit zahlreichen Prellungen, Hautabschürfungen, einer Gehirnerschütterung und einer Zerrung der Halswirbelsäule am Boden liegen.

Frau drohte mit einer Schreckschuss-Pistole

Seine 60-jährige Mutter wurde von dem Vater-Sohn-Gespann zu Boden gestoßen und erlitt Prellungen. Das Duo wiederum wurde vom 31-Jährigen und dessen Mutter attackiert. Die Frau des 31-Jährigen zückte eine Schreckschuss-Pistole.

Zu einem friedvollen Nebeneinander würde es nie kommen, sagen die Beschuldigten einhellig, aber. „Wir ziehen bald aus und werden uns nicht mehr sehen“, versichern Vater und Sohn. Sie sind mit einer Diversion – Einstellung des Verfahrens mit einer zweijährigen Probezeit, Schmerzensgeldzahlungen und 1.000 Euro Gerichtskosten – einverstanden.

Das Strafverfahren gegen den 31-Jährigen wird gegen Zahlung von 500 Euro eingestellt. Die Verfahren gegen die Frauen werden für zwei Jahre auf Eis gelegt und nach bestandener Probezeit eingestellt.