Arbeitsmarkt: Rosig sieht wohl anders aus. Rahmenbedingungen für Aufschwung wären zwar gegeben, am Arbeitsmarkt ändere dies aber nichts. Gänserndorfs AMS-Chef Alfred Walbert liefert die jüngsten Zahlen.

Erstellt am 09. Mai 2017 (07:13)
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„Im Frühjahr ist im Bezirk keine Trendwende am Arbeitsmarkt in Sicht“, bedauert Gänserndorfs AMS-Chef Alfred Walbert.
NOEN, AMS

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s allen anderen nicht unbedingt gut: Ende April waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) Gänserndorf nämlich 4.428 Personen arbeitslos gemeldet – 2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Rechnet man die 792 Arbeitsuchenden dazu, die sich aktuell in Weiterbildung befinden, beträgt die Steigerung sogar 2,8 Prozent.

Und das, „obwohl die Rahmenbedingungen für einen Aufschwung grundsätzlich recht günstig sind“, sagt Gänserndorfs AMS-Chef Alfred Walbert. So sei die Beschäftigung im März überdurchschnittlich um 1,8 Prozent auf 41.375 Personen gestiegen. Weiters gehen die Zugänge in die Arbeitslosigkeit mit minus 2,6 Prozent merklich zurück.

So viele verfügbare Jobs wie lange nicht

Dynamisch zeige sich auch der Stellenmarkt, der mit einem Plus von 115 offenen Stellen (plus 62,8 Prozent) so viele offene Jobs anbietet wie schon lange nicht mehr – die meisten in der Sachgüter-Erzeugung sowie in den Bereichen Instandhaltung und unternehmensbezogene Dienstleistungen. „Davon profitieren vor allem jüngere Menschen bis 25 Jahre. In dieser Altersgruppe sank die Arbeitslosigkeit um 6,5 Prozent“, so Walbert. Aber: „Alle diese belebenden Faktoren sind zu wenig, um einen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu bewirken.“

Nach wie vor sei es vor allem für Ältere und Arbeitsuchende ohne Qualifikation schwierig, wieder Fuß zu fassen. Die zunehmende Segmentierung des Arbeitsmarktes zeige sich sehr eindringlich in der steigenden Langzeitarbeitslosigkeit: Bereits 1.128 Kunden des AMS Gänserndorf suchen zwölf Monate und länger eine neue Stelle.