Aufmerksamer Pensionist: Serieneinbrecher verurteilt. Blitzschnell schaltete Deutsch-Wagramer (76) und alarmierte Polizei: 25 Minuten später klickten für Einbrecher die Handschellen. Nun sitzt er für fünf Jahre hinter Gittern.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 04. Mai 2018 (05:35)
Hahslinger

„Ich drehte mit meinem Hund noch eine Runde, als ich einen Anrainer rufen hörte ,Wer ist da, was ist los?‘ Dann sah ich einen Mann über den Zaun springen und wegrennen. Ich alarmierte sofort die Polizei und nur 25 Minuten später brachte ihn eine Zivilstreife. Ich habe ihn sofort erkannt. Er war auffällig klein“, schildert der 76-jähriger Pensionist aus Deutsch-Wagram im Zeugentand, sichtlich noch immer beeindruckt vom schnellen Zugriff der Polizei.

Der auffällig kleine Mann (23) aus Rumänien war für die Behörden kein Unbekannter mehr: Der 1,56 Meter große 23-Jährige weist ein massiv getrübtes Vorleben mit acht Vorstrafen in Deutschland und vier in seiner Heimat auf. Die DNA-Spur des Rumänen fand sich an zahlreichen Tatorten im Weinviertel: Einbrüche in Wohnstätten in Wolkersdorf, Niederkreuzstetten und Hörersdorf im Bezirk Mistelbach, in Spillern und Gerasdorf im Bezirk Korneuburg, in Wien und zwei in Deutsch-Wagram im Bezirk Gänserndorf gehen auf sein Konto. Der Rumäne machte in zwei Monaten Beute (Bargeld, Schmuck, Laptops oder Mobiltelefone) im Gesamtwert von 21.500 Euro.

„Warum durchsuchen Sie dann Schlafzimmer und Wohnräume, wenn Sie nur nach Essen  suchen?“ Richter Martin Bodner 

Er habe unter der Brücke geschlafen und nur aus der Not heraus Einbrüche begangen. Er habe immer nur nach Essen gesucht, beteuerte der Rumäne unschuldig vor dem Schöffensenat.

„Warum durchsuchen Sie dann Schlafzimmer und Wohnräume, wenn Sie nur nach Essen suchen? Die Küchen waren nicht durchwühlt“, entgegnet Richter Martin Bodner harsch und verhängte über den Rumänen eine fünfjährige Gefängnisstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.