Aus für die Marchfeldmesse 2020. Die größte Gewerbeschau im Bezirk fällt dem Virus zum Opfer.

Von Robert Knotz. Erstellt am 18. März 2020 (05:50)
Die in der Vorwoche vorgesehenen Maßnahmen zum Schutz von Personal und Gästen kamen wegen der Komplettsperre der Gastronomie nun doch nicht zum Tragen.
Marchfelderhof

Die Strasshofer Marchfeldmesse wurde nun endgültig abgesagt: Während Organisator Robert Kohout in der Vorwoche noch überlegte, ob es nicht doch eine andere Lösung gibt, entschied sich der Organisator, die Messe, die für das Wochenende vom 24. bis 26. April geplant war, abzusagen oder zu verschieben. „Es sind schon einige Aussteller abgesprungen. Bei einer Verschiebung müsste man jedenfalls einen geeigneten Termin im Herbst finden“, teilt Kohout der NÖN mit.

Die Auswirkungen des Coronavirus und die Verunsicherung der Menschen sind im Bezirk Gänserndorf deutlich zu spüren. „Am Freitag kam es beim Merkur-Markt in Deutsch-Wagram zu einem massiven Andrang von Kunden, sodass sich die Marktleitung entschloss, die Menschen nur noch gruppenweise einzulassen – und dies nur, wenn eine gewisse Anzahl an Käufern den Markt bereits verlassen hat“, berichtet Deutsch-Wagrams VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst.

Mit dieser Maßnahme der Geschäftsleitung zeigten sich nicht alle Wartenden einverstanden. Die Stimmung drohte kurzzeitig zu kippen. Laut Karl Löffler vom Bezirkspolizei-Kommando war allerdings kein Exekutiv-Einsatz erforderlich. „Das Ganze hat sich schließlich in Wohlgefallen aufgelöst“, so Löffler.

„Wir halten uns an die Vorgaben der Regierung. Deshalb sind die Kindergärten seit Montag geschlossen“, berichtet SP-Bürgermeister Franz Mathä aus Markgrafneusiedl. An einer Lösung für Eltern, die ihre Kinder nicht beaufsichtigen können, werde derzeit noch gearbeitet.

Meißl: „Die Räume werden desinfiziert“

Auch in Angern bleiben die Pforten der Betreuungseinrichtungen geschlossen. „Die Räumlichkeiten werden in der Zeit der Schließung komplett desinfiziert“, so SP-Bürgermeister Robert Meißl. In den Volksschulen werde es – anders als in den Kindergärten – die Möglichkeit einer Kinderbetreuung geben.

Wie es in einer Facebook-Aussendung am Mittwoch der Vorwoche vom Deutsch-Wagramer Promi-Speisetempel Marchfelderhof hieß, nehme man die Situation sehr ernst. Die Geschäftsleitung zählte einige Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Gäste auf. „Corona hat bei uns nichts verloren und so soll es bleiben“, war man sich zu diesem Zeitpunkt noch einig. Nun kam alles anders. Der Gastronomiebetrieb bleibt geschlossen.

„Wir sind finanziell gut aufgestellt. Wenn aber die Krise länger als zwei bis drei Monate dauert, wird es eng“, so Junior-Chef Peter Großmann im NÖN-Telefonat. Der Fokus liege auf den Mitarbeitern. Es solle zu keinen Entlassungen kommen, deshalb wolle man Urlaube abbauen.

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