Automaten-Knacker wandern hinter Gitter. Quer durch Niederösterreich suchte ein rumänisches Einbrechertrio Bahnhöfe heim und plünderte Fahrkarten-Automaten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 08. November 2017 (05:20)
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LPD NÖ

„Wir mussten ja irgendwie Geld verdienen. Wir fanden keine legale Arbeit“, sagt das Trio, ein Ehepaar (30- und 31-jährig) und ein Cousin (29), vor Gericht. Die drei beteuern, quasi aus der Not heraus zu Kriminellen geworden zu sein. Dann bekennt es: „Wir sind Glückspieler. Wir brauchten Geld zum Leben und für die Schulden.“

Das Trio erzählt, im Internet nach Lösungen gesucht zu haben, wie man schnell und unkompliziert an Geld kommen kann. Kriminelle Vorschläge hätten sie nicht abgeschreckt. So sei man auf verschiedene Methoden des Aufbrechens von Fahrkarten-Automaten gestoßen und man habe sich mit diesem Gedanken angefreundet. Da Österreichs Ticketautomaten im Netz als einfach zu knacken angeführt wurden, sei man am 11. März dieses Jahres in Wien bei zwei kleinen Bahnhöfen erstmals erfolgreich zur Tat geschritten.

Diebe machten auch im Bezirk Gänserndorf halt

Der Beutezug des Trios ging in Niederösterreich weiter. Es suchte insgesamt 29 Bahnhöfe heim und plünderte Automaten im Weinviertel (in Strasshof, Deutsch-Wagram, Gerasdorf, Rabensburg, Bernhardsthal, Süßenbrunn, Wagram am Wagram, Langenlebarn-Unteraigen, Muckendorf und Höflein an der Donau) sowie im Mostviertel (St. Valentin, Ennsdorf, Lossdorf, Groß-Sierning, Pottenbrunn und mehrmals in Purkersdorf).

Insgesamt erbeutete das Trio über 34.000 Euro Bargeld und verursachte einen Sachschaden in der Höhe von rund 160.000 Euro – bis für die Automaten-Knacker die Handschellen klickten.

Für das einschlägig vorbestrafte Ehepaar setzte es Gefängnisstrafen: 33 Monate muss der verheiratete Rumäne hinter Gittern absitzen. Die Ehefrau erhielt 24 Monate, davon muss sie acht Monate im Gefängnis verbüßen. Der unbescholtene 29-jährige Verwandte des Duos wurde zu 20 Monaten, davon drei Monate unbedingt, verurteilt.