Bahnhof-Debatte geht jetzt weiter. Für die Bürgermeister von Strasshof und Schönkirchen kommt eine Verlegung der Station Silberwald nicht in Frage.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 19. September 2018 (05:07)
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Wenn die Bahn einmal 160 km/h fährt, müssen Schrankenanlagen wie jene in Silberwald (Bild) durch Unterführungen ersetzt werden.
Knotz

Die Idee von VP-Landtagsabgeordnetem Bürgermeister René Lobner, die Bahnstation Silberwald in Richtung Gänserndorf zu versetzen (die NÖN berichtete), stößt bei den Ortschefs der betroffenen Nachbargemeinden auf Ablehnung. Weder Strasshofs SP-Bürgermeister Ludwig Deltl, noch Schönkirchens Bürgerlisten-Bürgermeister Peter Hofinger können dem Plan etwas abgewinnen.

VP-Landtagsabgeordneter Bürgermeister Lobner: „Ich schaue auf die ganze Region.“
NÖN-Archiv

Zur Erinnerung: Lobner schlug vor, den besagten Bahnhof (er befindet sich derzeit auf Strasshofer und Schönkirchner Gemeindegebiet) einige hundert Meter in Richtung Gänserndorf zu verschieben. Dort sei genug Platz, um eine große Park&Ride-Anlage aus dem Boden zu stampfen. An dieser Stelle könnte auch problemlos die Bahntrasse gequert werden. Die Zufahrt zum neuen Bahnhofsareal würde man zwischen Gänserndorf und Schönkirchen-Reyersdorf bauen, wo keine Anrainer betroffen wären.

Hintergrund für den Plan ist der Ausbau der Nordbahn auf eine Hochgeschwindigkeitsstrecke (160 km/h) bis zum Jahr 2025. Ab dann darf es bei Trassenquerungen aus Sicherheitsgründen keine Schrankenanlagen – wie derzeit in Silberwald – mehr geben, sondern nur noch Unterführungen oder Brücken für Fußgänger bzw. Autos.

Lobner: „So könnten wir Stau entgegenwirken“

Lobner ist überzeugt, dass man mit seiner Idee dem Stau-Chaos auf den Straßen ein Stück weit entgegenwirken kann: „Auch die umliegenden Gemeinden, wie zum Beispiel Schönkirchen-Reyersdorf, würden von dem Projekt profitieren.“ – „Stimmt nicht“, meint Hofinger: „Für uns bringt das überhaupt nichts. Wir haben den Verkehr auf der B 220, wo täglich geschätzte 5.000 bis 6.000 Fahrzeuge durch Schönkirchen rollen. Der Abgeordnete soll sich lieber um die Entlastung dieser Straße kümmern, anstatt mit seinen Ideen zu zündeln und die Bürger zu verunsichern.“

Schönkirchens Bürgerlisten-Bürgermeister Hofinger: „Für uns bringt das gar nichts.“
Mauritsch

Hofinger ist überzeugt: „Lobner will hinter dem Gänserndorfer Friedhof ein Siedlungsgebiet erschließen. Deshalb möchte er den Bahnhof dorthin holen.“

Auch Deltl hält nichts von der Idee des VP-Landtagsabgeordneten: „Einige tausend Personen, die rund um die Station Silberwald wohnen, nutzen den jetzigen Bahnhof. Der bleibt auch genau dort, wo er jetzt ist – alles andere kommt für Strasshof nicht in Frage.“

Mit den ÖBB habe Deltl bereits gesprochen: „Eine Unterführung zu bauen, ist möglich. Somit sehe ich überhaupt keine Notwendigkeit, den Bahnhof zu verlegen.“

Strasshofs SP-Bürgermeister Deltl: „Der Bahnhof bleibt genau dort, wo er jetzt ist.“
Knotz

Lobner über die Einwände seiner Bürgermeister-Kollegen: „Hinter dem Friedhof bauen wir natürlich keine Siedlung. Das wäre gar nicht möglich, weil dort ein Brunnenschutzgebiet ist. Auf unserer Protteser Straße fahren übrigens dreimal so viele Autos wie auf der B 220.“ Und weiter: „Das Problem ist, dass manche immer nur auf ihre eigene Gemeinde schauen und nicht über den Tellerrand. Vom angedachten neuen Bahnhofsareal würde die ganze Region profitieren.“ Der Verkehr werde immer mehr und die Park&Ride-Anlage in Silberwald bald an ihre Grenzen stoßen.

„Jetzt hätten wir die Chance, dieses Problem auch für die künftigen Generationen zu lösen“, so Lobner abschließend.