Baumgartner fix im Parlament, Plessl zittert. VP-Kandidatin aus Bezirk sicherte sich ihren Sessel, die Zeiten ihres SP-Pendants im Nationalrat dürften hingegen vorbei sein.

Von Thomas Schindler. Update am 30. September 2019 (14:04)
Schindler
Wahlsonntag in der Gänserndorfer ÖVP-Zentrale: Nationalrätin Angela Baumgartner (2.v.l.) jubelt mit Landtagsabgeordnetem und Bezirksparteichef René Lobner (2.v.r.), Bezirksgeschäftsführerin Helga Ebner und Büro-Mitarbeiter Max Beck.

Noch nie in der Geschichte des Bezirks war die ÖVP bei einer Wahl so erfolgreich wie beim Urnengang am Sonntag: In 43 der 44 Gemeinden errang die Volkspartei den ersten Platz. Unterm Strich kam sie auf 40,85 Prozent der Stimmen (alle Zahlen ohne Wahlkarten). Grund zum Jubeln hatten auch die Grünen, obwohl sie im Bezirk nur 7,43 Prozent der Stimmen holten, also etwa die Hälfte im Vergleich zum Österreich-Schnitt.

Die großen Verlierer waren – wie bundesweit – die Roten und Blauen. Die SPÖ kam im Bezirk auf 23,41 Prozent, die FPÖ auf 19,90 Prozent. Die NEOS wiederum erreichten 5,81 Prozent der Stimmen und blieben unter dem Österreich-Trend, ebenso die Liste JETZT, die auf 1,70 Prozent kam.

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Enttäuschte Gesichter in der Gänserndorfer SPÖ-Zentrale: Nationalrat Rudolf Plessl (4.v.r.) mit der Dritten Landtagspräsidentin und Bezirksparteichefin Karin Renner (3.v.l.), Kommunalmanager David Schramm (2.v.l.), Medienmanager Erwin Nußbaum (3.v.l.) und den roten Funktionären Ernst Wagendristel, Sabine Hofireck, Franz Irlvek und Willi Binder.

Was bedeutet das Ergebnis nun für den Bezirk bzw. den Wahlkreis NÖ-Ost (dieser umfasst die Bezirke Gänserndorf und Bruck/Leitha)? Die VP-Erstplatzierte auf der Bezirks- und Wahlkreisliste Angela Baumgartner, amtierende Nationalrätin aus Sulz/Weinviertel, wird auf jeden Fall wieder ins Parlament einziehen. Für SP-Nationalrat Rudolf Plessl aus Gänserndorf wiederum dürfte seine Zeit im Hohen Haus vorbei sein. Er war zwar auf der Bezirksliste am ersten Platz gereiht, auf der Wahlkreisliste jedoch nur auf dem zweiten – hinter Katharina Kucharowits aus dem Bezirk Bruck.

Plessl: Zu wenig Vorzugsstimmen?

Plessl könnte nur ins Parlament einziehen, wenn er an die 3.800 Vorzugsstimmen vorweisen kann. Diese Zahl – sie stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest – dürfte er aber nicht erreicht haben. Das Grundmandat, das Kucharowits bekleiden wird, dürfte die Partei gehalten haben.

Somit wird der Bezirk Gänserndorf mit Baumgartner künftig vermutlich nur noch einen Vertreter im Nationalrat haben. Von der FPÖ hatte Bezirksspitzenkandidat Dieter Dorner, er war auf der Wahlkreisliste am zweiten Platz hinter Werner Herbert aus dem Bezirk Bruck gereiht, ohnehin keine Chance, ins Hohe Haus einzuziehen. Sogar das Grundmandat, das Herbert bekommen hätte sollen, dürfte verloren sein.

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Gute Miene zum bösen Spiel: Gänserndorfs FPÖ-Bezirksspitzenkandidat Dieter Dorner (l.) und der blaue Wahlkreis-Spitzenkandidat Werner Herbert am Wahlabend in Hainburg.

Auch von den Grünen im Bezirk wird niemand in den Nationalrat einziehen, das war von Anfang an klar. Trotzdem kann Bezirks- und Wahlkreis-Spitzenkandidatin Bettina Bergauer aus Deutsch-Wagram mit dem Ergebnis ihrer Partei zufrieden sein – zumindest, was das Bundesvotum betrifft.

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Grund zur Freude hatten auch die Gänserndorfer Grünen mit Wahlkreis-Spitzenkandidatin Bettina Bergauer aus Deutsch-Wagram (2.v.r.) und Bezirkssprecherin Beate Kainz (Mitte).

Alle Ergebnisse im Detail: So hat Eure Gemeinde gewählt!