Bergbaufrauen bei der OMV Austria an Spitze. Karrieren abseits der Klischees haben die Damen im Management-Team der OMV vorzuweisen – und sind damit Vorbilder für junge Mädchen, es ihnen gleichzutun.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 22. Juli 2018 (05:04)
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Damen, die sich durchaus als Leitbild für so manches junge Mädchen bei der Entscheidung der geeigneten Karriere eignen: Isabell Schretter, Nicole Keltscha, Angelika Zartl-Klik, Helga Vogg, Franziska Stadlbauer, Sandra Swoboda und Bettina Hönig (von links).
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Smart, erfolgreich und sehr weiblich! Die Damen im Management-Team der OMV Austria sind vom rußgeschwärzten Kumpel weit entfernt und stehen sowohl im Businesskostüm als auch im Drillich sehr wohl ihren Mann – pardon, Frau.

Seit ihrer Lehre als Industriekauffrau ist Helga Vogg dem Unternehmen treu geblieben, Stillstand gab es für die quirlige Mutter dreier Kinder allerdings nie. Sie lernte die Investitionsabteilung und den Instandhaltungsbereich kennen und nützte ihre Chance, als die Position der Assistenz der Geschäftsführung vakant wurde. Seit zwei Jahren steht sie der Kommunikationsabteilung vor. „Ich kann meine kreative Seite im Eventmanagement voll einbringen“, so die hervorragend vernetzte Velm-Götzendorferin. Ihr Wissendurst ist ungestillt – nach Fachkursen und Abendmatura steckt Vogg mitten im Studium „Crossmediale Marketingkommunkation“.

„Frauen können besser mit heterogenen Gruppen umgehen und Konflikte nachhaltiger austragen.“ Helga Vogg, Leiterin der Kommunikationsabteilung 

Angelika Zartl-Klik ist ein zartes Persönchen, davon sollte man(n) sich allerdings nicht täuschen lassen. Als „Vice President Health Saftey Security and Environment“ obliegt ihr die Prozess- und Anlagensicherheit der OMV weltweit. „Mich hat Technik schon als Kind interessiert“, erklärt Zartl-Klik ihre Berufung.

Sie erstellt mit ihrem Team Sicherheitspläne, legt Inspektionsintervalle fest oder führt flächige Ultraschallmessungen der Anlagen durch – und das ist nur ein winzig kleiner Auszug des Aufgabengebietes. Dazu hat die diplomierte Zivilingenieurin mit Masterstudium in Kulturtechnik und Wasserwirtschaft unter anderem die Hoheit, Anlagen abzuschalten – wenn nötig.

Auch als Spätberufene das Richtige gefunden

Ein ganz anderes Aufgabengebiet nimmt Sandra Swoboda wahr. Als Personalchefin der OMV Austria obliegen ihr alle Agenden im Zusammenhang mit den Mitarbeitern. „Die Arbeit mit den Menschen ist immer spannend und es gibt viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln“, sieht man der Betriebswirtschaftlerin die Freude an ihrer Aufgabe an. Wiewohl sie eine Spätberufene ist, war ihr Start in der OMV doch im Bereich Qualitätssicherung.

Übrigens ebenso wie Bettina Hönig, die vom Labor nach Gänserndorf wechselte und hier unter anderem mit Energieeffizienz und Abfallwirtschaft beschäftigt. Auch wenn die technische Chemikerin mit abgeschlossenem Studium an der Technischen Universität eine „Eingewöhnungsphase“ brauchte, heute geht sie in ihrem Aufgabenbereich auf.

Der imposante Komplex der Raffinerie Schwechat hat bei Andrea Hänsler-Iro das Interesse an der OMV geweckt. Schon während des Studiums absolvierte die gebürtige Burgenländerin Praktika beim Konzern, um nach dem Studium ihre berufliche Laufbahn in dem Bergbauunternehmen zu beginnen. Heute ist die zweifache Mutter Department Manager Performance, Portfolio, Planning und Business Support.

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Andrea Hänsler-Iro ist heute im Department Manager Performance, Portfolio, Planning und Business Support tätig.
privat

Isabell Schretter als Produktionsgeologin und Franziska Stadlbauer als Project Services Expert komplettieren das die Damenriege im Management-Team. Wie ihre Kolleginnen schätzen auch sie die interdisziplinäre Tätigkeit und die Abwechselungen in ihrem Beruf.

Eines ist allen gemeinsam – es sind berufliche Laufbahnen abseits der gängigen Klischees und sie beweisen, dass Frauen in technischen Bereichen, in einem Bergbaubetrieb, sehr wohl ihre Bestimmung finden können – und das durchaus in gehobenen Positionen. Vielfältige Aufgaben, Kreativität, die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung sowie Kommunikationsfähigkeit und ein ständig wachsendes persönliches Netzwerk – auch darin sind sich die Damen unisono einig. Sind das speziell frauliche Eigenschaften?

„Ob es für Frauen leichter ist, kann ich nicht beurteilen. Für mich liegt es an der Persönlichkeit“, so die Personalchefin, und Vogg fügt hinzu: „Ich finde, dass Frauen besser mit heterogenen Gruppen umgehen können und Konflikte subtiler und daher nachhaltiger austragen.“