Betrügerin sitzt ein. Wienerin (47) gab sich im Weinviertel als Anwältin aus und zog Menschen Geld aus der Tasche.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 21. September 2020 (04:07)
Eine Betrügerin erleichterte gutgläubige „Kunden“ um tausende Euro.Shutterstock/ldutko
Symbolfoto:Shutterstock/ldutko

Sie gab sich als Rechtsanwältin aus, als Steuerberaterin, Tierärztin und Psychologin, absolvierte Beratungsgespräche, erfand GmbHs und stellte Kunden – unter anderem aus den Bezirken Mistelbach und Gänserndorf – überhöhte Rechnungen. Nun musste sich eine bereits inhaftierte Wienerin (47) wegen schweren Betrugs vor Richterin Lydia Rada am Landesgericht Korneuburg verantworten.

„Sie wird sich schuldig bekennen. Es tut ihr leid, das Vertrauen von bestimmten Personen ausgenutzt zu haben“, erklärte der Verteidiger der Angeklagten. Seine Mandantin – vor drei und sechs Jahren bereits einschlägig vorbestraft – wolle nichts mehr zu den belastenden Vorwürfen sagen, außer, dass es ihr äußerst leid tue.

81-Jähriger ging der Betrügerin auf den Leim

Ein 81-Jähriger aus dem Bezirk Mistelbach zahlte gar mehr als 24.000 Euro an die Frau – im Glauben, sie sei Rechtsanwältin und würde ihm bei einer Nachbarschaftsproblematik beistehen. Andere Geschädigte meldeten Ansprüche in Höhe zwischen 1.000 und 3.000 Euro an. Einer hatte sogar einen Privatdetektiv angeheuert, um die betrügerischen Machenschaften aufzudecken.

Der Verteidiger der Angeklagten anerkannte die Schadenssummen und verwies auf das reumütige Geständnis. Die 47-Jährige habe nun eine Jobzusage, um als Angestellte arbeiten und auf den richtigen Weg kommen zu können. Mit familiärer Unterstützung wolle sie die Schäden so rasch wie möglich gutmachen. Richterin Rada hielt der Frau vor, ihr falsches Spiel bis zum Frühsommer 2020 nicht beendet und großen Schaden verursacht zu haben. Das rechtskräftige Urteil: 18 Monate Haft, davon zwölf Monate auf Bewährung.